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	<title>Sven Lehmann</title>
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		<title>Chancen für ein kindgerechtes Sorgerecht</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:04:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Familienvertrag]]></category>
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		<description><![CDATA[Anfang August hat das Bundesverfassungsgericht ein wegweisendes Urteil zum Sorgerecht gesprochen. Wegen der vielen Reaktionen und Nachfragen hier noch einmal meine Pressemitteilung zum Thema:
Zum heutigen Urteil des Bundesverfassungerichtes, welches das geltende Sorgerecht für unverheiratete Väter für verfassungswidrig erklärt hat, erklärt der Landesvorsitzende der NRW-Grünen, Sven Lehmann:
In dem heutigen Urteil liegt die große Chance, das Sorgerecht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang August hat das Bundesverfassungsgericht ein wegweisendes Urteil zum Sorgerecht gesprochen. Wegen der vielen Reaktionen und Nachfragen hier noch einmal meine <a href="http://www.gruene-nrw.de/details/nachricht/chancen-fuer-kindgerechtes-sorgerecht.html">Pressemitteilung</a> zum Thema:</p>
<p><em>Zum heutigen Urteil des Bundesverfassungerichtes, welches das geltende Sorgerecht für unverheiratete Väter für verfassungswidrig erklärt hat, erklärt der Landesvorsitzende der NRW-Grünen, Sven Lehmann:</em></p>
<p>In dem heutigen Urteil liegt die große Chance, das Sorgerecht in Deutschland endlich zu reformieren und kindgerechter zu gestalten. Das bisherige Vetorecht der Mutter in unverheirateten Partnerschaften benachteiligt einseitig die Väter, die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen möchten. Das Recht des Kindes auf beide Elternteile wird damit nicht gewährleistet. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte von 2009 umzusetzen. Ziel muss eine Neugestaltung des Sorgerechtes sein, das die die bestehende Benachteiligung der Väter – zum Wohle des Kindes – abbaut.</p>
<p>Wir hoffen, dass das Urteil eine grundsätzliche Debatte über familien- und kindschaftsrechtliche Fragen in Deutschland anstößt, denn die Ungerechtigkeiten und Ungleichbehandlungen von Familienformen sind mannigfaltig. Nicht nur unverheiratete Väter sind rechtlich benachteiligt, sondern auch unverheiratete Paare gegenüber Eheleuten, soziale gegenüber leiblichen Elternteilen, gleichgeschlechtliche gegenüber verschiedengeschlechtlichen Partnerschaften und Alleinerziehende gegenüber Zweielternfamilien.</p>
<p>Wir fordern, dass alle Kinder die gleichen Rechte bekommen – und zwar egal, in welcher rechtlichen Konstellation die Eltern leben. Und wir fordern ein neues rechtliches Instrument, um Mehrelternschaften zum Wohle des Kindes verbindlich miteinander zu regeln: den Familienvertrag. Denn Politik darf mit der Ehe keine Norm vorgeben, hinter der alle anderen Familienformen zurückstehen. Politik hat sich nach der gelebten Vielfalt in dieser Gesellschaft zu richten. Das Urteil bringt hoffentlich einen Stein ins Rollen, der mit nichts weniger enden darf, als der rechtlichen Gleichstellung aller Familienformen und der Freiheit für jeden Menschen, einen Lebensentwurf zu wählen.</p>
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		<title>NRW wird Rot-Grün &#8211; NRW wird zum Land der Chancen</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 20:52:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Habemus Koalitionsvertragam! &#8211; Nach 15 intensiven Verhandlungstagen mit vielen Nachtsitzungen und einer irren Gemeinschaftsleistung haben wir in Rekordzeit einen Koalitionsvertrag mit der NRW-SPD ausgehandelt, der sich sehen lassen kann. NRW hat damit die Chance, Vorreiter in Sachen Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit und kommunaler Demokratie zu werden!
Auf dem heutigen Landesparteitag haben wir nach intensiver Diskussion den Vertrag bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habemus Koalitionsvertragam! &#8211; Nach 15 intensiven Verhandlungstagen mit vielen Nachtsitzungen und einer irren Gemeinschaftsleistung haben wir in Rekordzeit einen <a href="http://www.gruene-nrw.de/koalitionsvertrag"><strong>Koalitionsvertrag mit der NRW-SPD</strong> </a>ausgehandelt, der sich sehen lassen kann. NRW hat damit die Chance, Vorreiter in Sachen Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit und kommunaler Demokratie zu werden!</p>
<p>Auf dem heutigen Landesparteitag haben wir nach intensiver Diskussion den Vertrag bei nur zwei Gegenstimmen angenommen: eine überwältigende Unterstützung! Damit ist der Weg frei für die Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin von NRW und der <strong>Bildung der ersten rot-grünen Minderheitsregierung</strong> in diesem Land.</p>
<p>Meine <strong>Eröffnungsrede</strong> auf dem Parteitag gibt es <a href="http://www.youtube.com/watch?v=u3exgdevqqk"><strong>hier </strong></a> zum Nachhören.</p>
<p>Ein paar Impressionen vom Parteitag:</p>
<div id="attachment_72" class="wp-caption alignnone" style="width: 277px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010.jpg"><img class="size-medium wp-image-72 " title="neuss2010" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010-300x201.jpg" alt="Eröffnungsrede" width="267" height="157" /></a><p class="wp-caption-text">Eröffnungsrede</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_73" class="wp-caption alignnone" style="width: 283px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010b.jpg"><img class="size-medium wp-image-73" title="neuss2010b" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010b-300x199.jpg" alt="" width="273" height="191" /></a><p class="wp-caption-text">mit Sylvia Löhrmann und dem Koalitionsvertrag</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_74" class="wp-caption alignnone" style="width: 290px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010c.jpg"><img class="size-medium wp-image-74" title="neuss2010c" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010c-300x199.jpg" alt="" width="280" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Grüne Verhandlungskommission</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_75" class="wp-caption alignnone" style="width: 267px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010d.jpg"><img class="size-medium wp-image-75" title="neuss2010d" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010d-300x189.jpg" alt="" width="257" height="156" /></a><p class="wp-caption-text">mit den künftigen Grünen MinisterInnen Sylvia Löhrmann, Barbara Steffens und Johannes Remmel</p></div>
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		<title>&#8220;Wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt gehen, sondern bei den Grünen Politik machen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 08:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein erfolgreicher Parteitag liegt hinter uns. Auf der gestrigen Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen haben wir nicht nur einen neuen Landesvorstand gewählt, sondern mit überwältigender Mehrheit beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der SPD zur Bildung einer rot-grünen Regierung in NRW auf der Basis wechselnder Mehrheiten einzugehen.
Die große Unterstützung der Basis und das Vertrauen in die Grüne Verhandlungskommission und in unsere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein erfolgreicher Parteitag liegt hinter uns. Auf der gestrigen <a href="http://neuss2010.gruene-ldk.de/">Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen</a> haben wir nicht nur einen neuen Landesvorstand gewählt, sondern mit überwältigender Mehrheit beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der SPD zur Bildung einer rot-grünen Regierung in NRW auf der Basis wechselnder Mehrheiten einzugehen.</p>
<p>Die große Unterstützung der Basis und das Vertrauen in die Grüne Verhandlungskommission und in unsere Verhandlungsführerin <a href="http://sylvia-loehrmann.de/">Sylvia Löhrmann </a>geben Kraft für die nächsten Wochen. NRW muss grüner werden, wir wollen den Politikwechsel gestalten, für den wir bei der Landtagswahl gewählt wurden!</p>
<p>Ich freue mich riesig über meine Wahl zum Landesvorsitzenden mit 88,4% &#8211; ein Traumergebnis, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Danke an Alle für die tolle Unterstützung und den Zuspruch vor, während und nach der LDK!</p>
<p>Meine Bewerbungsrede ist jetzt auch online zum Nachsehen und -hören:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=itybymp-U2U">Bewerbungsrede auf der LDK in Neuss</a></p>
<p>Ich freue mich auf zwei spannende Jahre, auf die Zusammenarbeit mit meiner Vorsitzenden-Kollegin Monika Düker und dem gesamten Team im neuen Landesvorstand!</p>
<p><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/LaVo2010-12.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-64" title="Landesvorstand Grüne NRW 2010 - 2012" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/LaVo2010-12-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a></p>
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		<title>Isch kandidiere!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 06:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[So langsam wird&#8217;s spannend. Am Samstag kandidiere ich auf dem Landesparteitag der NRW-Grünen in Neuss als Landesvorsitzender. Nach elf Jahren Mitgliedschaft bei den Grünen als Ehrenamtler wage ich diesen Schritt und tingele seit Wochen durch NRW, um bei der Grünen Basis für meine Ideen zu werben.
Nach den fulminanten 12.1% bei der Landtagswahl ist die Stimmung bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So langsam wird&#8217;s spannend. Am Samstag kandidiere ich auf dem <a href="http://neuss2010.gruene-ldk.de/">Landesparteitag der NRW-Grünen in Neuss</a> als Landesvorsitzender. Nach elf Jahren Mitgliedschaft bei den Grünen als Ehrenamtler wage ich diesen Schritt und tingele seit Wochen durch NRW, um bei der Grünen Basis für meine Ideen zu werben.</p>
<p>Nach den fulminanten 12.1% bei der Landtagswahl ist die Stimmung bei uns Grünen super: Wir wollen den Politikwechsel im Land gestalten und fordern eine rot-grüne Minderheitsregierung für NRW auf der Basis wechselnder Mehrheiten im Landtag. Ein neuer, spannender Aufbruch für unsere parlamentarische Demokratie im Land, der die Regierung Rüttgers endlich ablösen und die inhaltlichen Debatten im Landtag stärken könnte!</p>
<p><a href="http://neuss2010.gruene-ldk.de/files/2010/05/W-LV-4-Sven-Lehmann.pdf">Hier</a> gibt es meine Bewerbung zu lesen und am Samstag könnt Ihr ab 10:30 Uhr den Parteitag im <a href="http://neuss2010.gruene-ldk.de/"><strong>Livestream</strong></a> verfolgen, die Vorstandswahl beginnt gegen 14:00 Uhr.</p>
<p>Daumen drücken! <img src='http://sven-lehmann.eu/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Das Grüne Männer-Manifest – &#8220;Nicht länger Machos sein müssen&#8221;</title>
		<link>http://sven-lehmann.eu/2010/04/09/das-grune-manner-manifest-%e2%80%93-nicht-langer-machos-sein-mussen/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 20:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünes]]></category>
		<category><![CDATA[Männermanifest]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussionen zum Männermanifest bitte unter www.maennermanifest.de!
Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren  Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden, mischen in Rap und Hip-Hop  mit und sind im Fußball international erfolgreicher als ihre männlichen  Kollegen. Gleiche Rechte in Deutschland anno 2010? Ist Alice im  Wunderland angekommen?
Mitnichten. Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskussionen zum Männermanifest bitte unter <a title="Das Grüne Männermanifest" href="http://www.maennermanifest.de">www.maennermanifest.de</a>!</p>
<blockquote><p>Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren  Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden, mischen in Rap und Hip-Hop  mit und sind im Fußball international erfolgreicher als ihre männlichen  Kollegen. Gleiche Rechte in Deutschland anno 2010? Ist Alice im  Wunderland angekommen?</p>
<p>Mitnichten. Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von  einem tief sitzenden Geist der geschlechtlichen Polarität durchflutet  ist, der Frauen auf Weiblichkeit und Männer auf Männlichkeit reduziert.  Damit muss endlich Schluss sein. Wir wollen nicht länger Machos sein  müssen, wir wollen Menschen sein!</p>
<p><strong>Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.</strong></p>
<p>Bedeutende Frauen wie Olympe de Gouges, Louise Otto-Peters, Simone de  Beauvoir und die Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert waren Pionierinnen  für Gleichberechtigung und Feminismus. Einen Makel haben einige  feministische Diskurse aber leider gerade in Deutschland bis heute:  Männer spielen in ihm nur selten eine Rolle. Dabei ist wirkliche  Gleichberechtigung, sind gleiche Rechte und gleiche Pflichten nur <em>mit</em> den Männern zu erreichen – nicht gegen sie. Frauen haben durch den  Feminismus ihre Möglichkeiten erweitert, Männern steht dieser Schritt  noch bevor.</p>
<p>Das Diktum des sozialen Geschlechtes, des Rollenzwangs und der  festgelegten Verhaltensmuster gilt nämlich ebenso für Männer. Weil diese  davon aber materiell und sozial immer profitiert haben, wurde erst in  jüngerer Zeit zum Thema, dass Geschlechterrollen auch für Männer ein  Korsett sind, das ihnen mehr schadet als nützt.</p>
<p>Nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke ging eine  Debatte über die Gesundheit von Männern, über Schwäche und Depressionen,  über Versagensängste durch die Republik – endlich! Wir fragen uns  jedoch: Sind die Männer, die öffentlich trauerten und weinten, aber  nicht auch diejenigen, die eine Woche später in den Stadien und  Fankneipen einen Fußballer als Schwuchtel beschimpfen würden, wenn er  sich als homosexuell outet? Oder als Weichei, wenn er ein Jahr Babypause  nimmt und seine Frau für den Lebensunterhalt sorgen lässt?</p>
<p>Wir brauchen ein neues Bewusstsein für eine neue Männlichkeit. Wir  als männliche Feministen sagen: Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.</p>
<p><strong>Wir wollen Neue Werte – Neue Arbeit – Neue Perspektiven!</strong></p>
<p>Die Krise ist männlich. Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise,  Hunger- und Gerechtigkeitskrise, all dies sind direkte Folgen einer vor  allem „männlichen“ Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren  Planeten an den Rand des Ruins getrieben hat. Entfesselter Wachstum und  ungehemmter Profit müssen ein Ende haben. Wir wollen anders leben!</p>
<p>Wir wollen entlang von Werten leben und arbeiten, die auf  Wertschöpfung, Gemeinwohlorientierung, individueller Freiheit,  Nachhaltigkeit und Entschleunigung basieren. Dazu müssen politische  Weichen gestellt werden. Neue Zeitmodelle in den Unternehmen müssen es  Männern ermöglichen, ihre Wochen- und Lebensarbeitszeit zu reduzieren,  Teilzeitphasen oder Sabbatjahrmodelle zu verwirklichen. Entschleunigung  ist auch hier Schlüssel: Viel zu selten werden Männern im  Erwerbsarbeitsleben „nicht-klassische“ Erwerbsbiografien ermöglicht. Das  Bild vom männlichen Hauptverdiener schwebt auch hier noch in den Köpfen  vieler Personalverantwortlicher.</p>
<p>Es ist weder schlau noch gut, Menschen lediglich eindimensional in  wirtschaftliche Wachstumsprozesse einzubinden. Familienleben und  soziales wie gesellschaftliches Engagement sind gerade für Männer eine  Möglichkeit, an einem qualitativen Wachstum mitzuwirken. Vernetztes  Denken, ganzheitliche Bildung und Kreativität können sich nur vollends  entfalten, wenn Menschen alle Lebensbereiche gemeinsam gestalten. Das  Ende der Rollenaufteilung ist auch wirtschaftlich notwendig, denn ein  Ende der Ungleichbehandlung führt für alle Beteiligten zu einer größeren  Zufriedenheit.</p>
<p><strong>Wir brauchen Neue Wege für Jungs!</strong></p>
<p>Die Wiege der Gleichberechtigung ist wie so oft die Bildung und  Erziehung. Hier fallen die Würfel. Viel ist in den letzten Jahren von  der Bildungsmisere der Jungen geschrieben und gesprochen worden und  vieles ist richtig. Jungen fallen viel häufiger als „Verlierer“ aus dem  Bildungssystem: Sie brechen die Schule öfter ab, erreichen schlechtere  Leistungen und Abschlüsse, sind häufiger schulmüde als Mädchen. Deshalb  braucht es eine emanzipatorische Erziehung und eine individuelle  Förderung, die die Stärken von Jungen und Mädchen gleichermaßen  wertschätzt und fördert.</p>
<p>Zwischen emanzipierten Müttern und frauenverachtenden Hip-Hoppern  bekommen Jungen heute ein breites Repertoire zur Orientierung geboten.  Was oft fehlt, sind die positiven Rollenbilder einer anderen, neuen  Männlichkeit. Längst wissen wir, dass mit zunehmender Gleichberechtigung  das Patriarchat umso härter zurückschlägt: mit Gewalt, medialem  Sexismus oder Schein-Bastionen der Männlichkeit in Sport und Musik. Wir  wollen <em>role models</em> aus Sport, Medien, Politik und Kultur, die  nicht den Macker spielen müssen, weil sie eben selber stark genug sind,  auch schwach sein zu dürfen.</p>
<p>Wir wollen mehr geschlechtersensible Männer in „klassischen“  Frauenberufen: mehr Erzieher, mehr Grundschullehrer, mehr  Sozialpädagogen. Und wir wollen, dass Jungen selbstbewusst ihren  Interessen nachgehen können und nicht in tradierte Schemata gedrängt  werden. Deswegen fordern wir neue Wege für Jungs durch die Etablierung  von „Boy’s Days“ und ein geschlechtersensibles Bildungs- und  Berufsberatungsangebot. Denn das Interesse am Maschinenbau ist nicht  angeboren.</p>
<p><strong>Wir fordern: Neue Väter statt „Vater morgana“!</strong></p>
<p>Seit der Einführung der Partnermonate im Elterngeld durch Ursula von  der Leyen bejubeln viele Medien die „neuen Väter“ und den Run auf die  beiden Monate zwischen Wickeltisch und Sandkasten. Und, in der Tat: Die  beiden Partnermonate waren ein Erfolg, ein Einstieg in die Übernahme von  Verantwortung von Vätern in Haushalt und Erziehung. Aber werden Männer  damit wirklich zu „neuen Vätern“? Oder handelt es sich nicht in  Wirklichkeit um eine „Vater morgana“, die Vätern lediglich eine  verlängerte Auszeit vom Job ermöglicht, und zwar in der Regel dann, wenn  die ersten zwölf Monate nach der Geburt glücklich überstanden sind?</p>
<p>Wir wollen auch hier Gleichberechtigung: Die Aufteilung der  Elternzeit muss paritätisch sein. Dies würde nicht nur Männern mehr  Verantwortung abverlangen, sondern auch die Unternehmen und Arbeitgeber  zum Umdenken zwingen. Zwei Monate ist ein Arbeitnehmer für den  Arbeitgeber zu entbehren, sechs Monate oder länger jedoch verlangen neue  Zeit- und Jobmodelle, die wir dringend brauchen – hin auf dem Weg zu  echter Gleichberechtigung.</p>
<p>Männer leiden unter ähnlichen Vereinbarkeitsproblemen wie Frauen:  Gerade junge Männer haben mittlerweile den Anspruch, Kind(er), Karriere,  Engagement und Freizeit miteinander vereinbaren zu können, anstatt sich  für das eine oder gegen das andere entscheiden zu müssen. Sie wollen  nicht länger daran scheitern, Berufs- und Privatleben in eine gute  Balance zu bringen, sondern moderne Partnerschaftskonzepte durchgängig  leben und die Rolle des “neuen Vaters” tatsächlich einnehmen. Als  moderne Väter wollen sie ihren Kindern beim Aufwachsen helfen,  selbstbestimmt die Erziehungsarbeit teilen – statt Zuschauer zu bleiben.  Auch deshalb muss Teilzeit für Chefs sowie Männer in Kitas und  Grundschulen zur Selbstverständlichkeit werden.<strong> </strong></p>
<p><strong>Wir stehen für ein Neues Gesundheitsbewusstsein!</strong></p>
<p>Männer sterben noch heute im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen –  Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Zeichen chronischer  Überlastungen sind die häufigsten Todesursachen. Jahrhundertelang  gehörte es nicht um Selbstbild eines Mannes, sich um seine Gesundheit zu  kümmern. Dumme Sprüche wie “Ein Indianer kennt keinen Schmerz” führen  dazu, dass viele Männer körperliche Warnsignale überhören oder  bagatellisieren. Doch der Körper lügt nicht.</p>
<p>Männer sollen krank werden dürfen – ohne als Versager dazustehen.  Umso wichtiger ist ein großer Aufbruch für die Männergesundheit. Wir  brauchen mehr Konzentration auf die Prävention von Männerkrankheiten, in  den Krankenkassen und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung.</p>
<p>Die bestehende Rollenaufteilung der Geschlechter führt immer wieder  zu schweren psychischen Belastungen. Sowohl Frauen als auch Männer  leiden unter den enormen gesellschaftlichen Anforderungen, die ihnen auf  Grund ihres Geschlechts abverlangt werden. Dies ist vor allem dort ein  Problem, wo die eigene Entwicklung den Normvorstellungen wenig  entspricht. Für Körper und Psyche des Menschen ist es daher dringend  nötig, die Rollen endlich aufzubrechen.</p>
<p><strong>Wir sind Grüne Feministen</strong> und haben gute Erfahrungen  gemacht, Macht und Einfluss zu teilen. Wir sind mit Quoten  und  Doppelspitzen groß geworden. Wir kennen und schätzen gleiche Rechte und  gleiche Pflichten sowie die Verantwortung, als Beispiel voranzugehen.  Uns trägt die Vision einer Gesellschaft verschiedenster Individuen, die  unter gleichen Bedingungen zusammenleben.</p>
<p>Wir sind keine Dinosaurier mehr. Wir wollen auch keine Alleinernährer  sein. Wir wollen weniger Leistungsdruck, bessere gesundheitliche  Prävention und mehr wertvolle Zeit. Wir wollen keine Helden der Arbeit  sein, wir wollen leben. Wir wollen Macht, Verantwortung und Pflichten  teilen und das Korsett alter Geschlechterrollen von uns reißen. Wir  wollen neue Perspektiven für Männer im 21. Jahrhundert!</p>
<p><strong>Sven Lehmann</strong> | Landesvorstand Bündnis 90/Die Grünen  NRW</p>
<p><strong>Jan Philipp Albrecht MdEP</strong> | Grüne Fraktion im  Europäischen Parlament</p>
<p><strong>Kai Gehring MdB</strong> | Grüne Fraktion im Deutschen  Bundestag</p>
<p><strong>Malte Spitz</strong> | Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen</p>
<p><strong>Arndt Klocke</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen NRW</p>
<p><strong>Gerhard Schick MdB</strong> | Grüne Fraktion im Deutschen  Bundestag</p>
<p><strong>Dieter Janecek</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen Bayern</p>
<p><strong>Sven-Christian Kindler MdB</strong> | Grüne Fraktion im  Deutschen Bundestag</p>
<p><strong>Till Steffen</strong> | Justizsenator Hamburg</p>
<p><strong>Rasmus Andresen MdL</strong> | Grüne Fraktion im Landtag  Schleswig-Holstein</p>
<p><strong>Eike Block</strong> | Sprecher Grüne Jugend NRW</p>
<p><strong>Christian Kühn</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen Baden-Württemberg</p>
<p><strong>Max Löffler</strong> | Sprecher Grüne Jugend Bundesverband</p>
<p><strong>Henning von Bargen</strong> | Leiter Gunda-Werner-Institut in  der Heinrich-Böll-Stiftung</p>
<p><strong>Christoph Erdmenger</strong> | Landesvorsitzender Bündnis  90/Die Grünen Sachsen-Anhalt</p>
<p><strong>Jörg Rupp</strong> | Parteirat Bündnis 90/Die Grünen  Baden-Württemberg</p>
<p><strong>Martin-Sebastian Abel</strong> | Sprecher LAG Kultur Bündnis  90/Die Grünen NRW</p>
<p><strong>Matthi Bolte</strong> | Ratsmitglied Bündnis 90/Die Grünen  Bielefeld</p>
<p><strong>Martin Wilk</strong> | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband  Kreuzberg-Friedrichshain</p>
<p><strong>Janosch Dahmen</strong> | Sprecher LAG Gesundheit Bündnis  90/Die Grünen NRW</p>
<p><strong>Can Erdal</strong> | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband  Düsseldorf</p></blockquote>
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		<title>FDP und Westerwelle – Biedermann und Brandstifter</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 20:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Westerwelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Und noch ein Beitrag von mir auf dem Blog der Grünen NRW:
In dem 1958 uraufgeführten Schauspiel „Biedermann  und die Brandstifter“ zeichnet Max Frisch das Portrait des  Kleinbürgers und Opportunisten Gottlieb Biedermann. Dieser  beherbergt  den Hausierer Schmitz auf seinem Dachboden und erkennt relativ schnell,  dass er und sein Kumpan in seinem Haus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und noch ein Beitrag von mir auf dem <a title="Der Beitrag auf dem Grüne NRW-Blog" href="http://blog.gruene-nrw.de/2010/02/14/fdp-und-westerwelle-biedermann-und-brandstifter/">Blog der Grünen NRW</a>:</p>
<blockquote><p>In dem 1958 uraufgeführten Schauspiel „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biedermann_und_die_Brandstifter">Biedermann  und die Brandstifter</a>“ zeichnet Max Frisch das Portrait des  Kleinbürgers und Opportunisten Gottlieb Biedermann. Dieser  beherbergt  den Hausierer Schmitz auf seinem Dachboden und erkennt relativ schnell,  dass er und sein Kumpan in seinem Haus Feuer legen werden.  Willensschwach und ängstlich ist Biedermann jedoch nicht fähig, den  Pyromanen Einhalt zu gebieten. Er und seine Frau kommen in dem Hausbrand  um. Das Feuer greift auf die Nachbarhäuser über und die gesamte Stadt  brennt ab.</p>
<p>Anno 2010 schickt sich die FDP an, das Drama auf ihre ganz eigene Art  zu interpretieren: Sie führt einfach beide Hauptrollen in ihrem  Politikstil zusammen. Nach dem <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html">Urteil  des Bundesverfassungsgerichtes zur Berechnung der Hartz IV-Regelsätze </a>war  vom jetzigen Bundesaußenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,677163,00.html">zu  lesen</a>, die Debatte nach dem Urteil habe „sozialistische Züge“ und  eine Anhebung der Regelsätze wäre mit „spätrömischer Dekadenz“  vergleichbar. Damit stiftet er bewusst den Brand einer Neiddebatte, die  am eigentlichen Kern des Urteils völlig vorbei geht – nämlich der Frage  nach Menschenwürde und Teilhabe in unserer Gesellschaft für jede  Bürgerin und jeden Bürger.</p>
<p>Westerwelles Leistungsethos beschränkt sich offenbar auf Hotelmogule  und Inhaber einer privaten Krankenversicherung, sonst hätte er zur  Kenntnis genommen, dass es auch in Deutschland zum Beispiel working poor  gibt, die trotz harter Arbeit von Armut bedroht sind und die auf  ergänzende staatliche Leistungen angewiesen sind. Doch wie soll dies  auch jemanden erreichen, der nicht erst seit jetzt von der  Lebensrealität vieler Menschen abgekoppelt ist.</p>
<p>Falls die FDP auch erkannt haben sollte, dass soziale Spaltung eine  Realität ist, könnte sie ja einen Gesetzesentwurf für flächendeckende  Mindestlöhne in den Bundestag einbringen. Oder die Hartz IV-Regelsätze  erhöhen. Oder eine elternunabhängige Kindergrundsicherung einführen.  Stattdessen schauen sie zu und hoffen, dass ihr brandstiftendes Zugpferd  es schon richtig machen werde. Allein der wahlkämpfende FDP-Vize  Andreas Pinkwart <a href="http://www.tagesschau.de/inland/pinkwartwesterwelle100.html">meldete  sich zu Wort </a>– jedoch nicht, um Westerwelles Gedankengut zu  kritisieren, sondern mit der Aufforderung, Verantwortung innerhalb der  Partei zu teilen.</p>
<p>Zur Ehrenrettung von Gottlieb Biedermann sei übrigens erwähnt, dass  dieser eher aus Naivität, Feigheit und Dummheit – also unbewusst – die  Brandlegung ermöglicht. Die Politik des marktradikalen Fundamentalismus  lässt indes eher den Schluss zu, dass Ausgrenzung und Beschämung von  Schwächeren bei der FDP System haben.</p></blockquote>
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		<title>Deutschland, ein Suppenküchenstaat?</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 20:34:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch den folgenden Beitrag habe ich für das Grüne NRW-Blog geschrieben:
Stille Nacht, heilige Nacht? Oh Du Fröhliche? Fröhliche Weihnacht –  wirklich überall? Weihnachten ist im christlichen geprägten  Deutschland die Zeit der Besinnung, der Familie, der Einkehr. Und die  Zeit der Kirchen. Mitten in die vorweihnachtliche Adventsstimmung platzt  die ARD am kommenden Mittwoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch den folgenden Beitrag habe ich für das <a title="Deutschland, ein Suppenküchenstaat? auf dem Blog der Grünen NRW" href="http://blog.gruene-nrw.de/2009/12/10/deutschland-ein-suppenkuchenstaat/">Grüne NRW-Blog</a> geschrieben:</p>
<blockquote><p>Stille Nacht, heilige Nacht? Oh Du Fröhliche? Fröhliche Weihnacht –  wirklich überall? Weihnachten ist im christlichen geprägten  Deutschland die Zeit der Besinnung, der Familie, der Einkehr. Und die  Zeit der Kirchen. Mitten in die vorweihnachtliche Adventsstimmung platzt  die ARD am kommenden Mittwoch nun mit einem Film zu einem Thema, das  uns für einem Moment aus vorweihnachtlicher Beschäftigkeit und Konsum  herausreißen dürfte: <strong>Armut</strong>. “<a href="http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=SC9F4UQVsHbBy7IXxumLjg==">Arm  und abgeschrieben – Wer hilft aus der Krise?</a>” ist der Titel einer  Reportage von Clara Walther und Alessandro Nasini, die die provokante  Frage stellt: “Ist Deutschland auf dem Weg in den Almosen- und  Suppenküchenstaat”?</p>
<p>Die Frage ist berechtigt, denn in den letzten Jahren hat nicht nur  Armut im reichen Deutschland, sondern auch – als eine der sichtbaren  Folgen – die Zahl der Suppenküchen, Tafeln und Wohlfahrtsaktivitäten  massiv zugenommen, allen voran die der großen Kirchen. Während die <a href="http://www.tafel.de/">Tafeln</a> weitestgehend auf Gemeindeebene  organisiert und konfessionell neutral sind, firmieren die meisten der  “Armenspeisungen” und Kleiderausgaben unter dem Dach kirchlicher  Organisationen wie der <a href="http://www.caritas.de/">Caritas</a>.</p>
<p>Gerade in Zeiten, in denen durch die schwarz-gelbe Bundes- und  Landesregierung die Handlungsfähigkeit des Staates (und damit der  Gemeinschaft) durch unsoziale Steuersenkungen und Zermürbung der  öffentlichen Haushalte immer weiter eingeschränkt wird, stellt sich die  Frage, ob das Engagement der Kirchen Armut lindert oder zementiert.  Sicherlich sind die Lebensmittel- und Kleiderausgaben für vielen  Menschen in Armut und Not eine der wenigen Hilfen, auf die sie sich  stützen können. Gleichzeitig wird damit aber politisch der  Privat-vor-Staat-Ideologie Vorschub geleistet. Dabei muss ein <strong>Sozialstaat  des 21. Jahrhunderts</strong> allen Menschen Existenz sichern und vor  allem Teilhabe garantieren, durch eine ausreichend hohe  Existenzsicherung, gute Bildung von Anfang an, das Recht auf eine warme  Mahlzeit für jedes Kind, gesundheitliche Versorgung und und und. Dies  ist eine öffentliche Aufgabe. Einen “armen Staat” können sich eben nur  Reiche leisten.</p>
<p>Der kritische Blick des ARD-Beitrags verspricht spannend zu werden –  und wird hoffentlich die Debatte darüber weiter befördern, dass “Privat  vor Staat” eine Ideologie ist, die Menschen zu Bittstellern macht,  anstatt ihnen Rechte und Teilhabe zu garantieren und zu sichern.</p></blockquote>
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		<title>Familienvertrag jetzt!</title>
		<link>http://sven-lehmann.eu/2009/12/07/familienvertrag-jetzt/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 20:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Familienvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Grünes]]></category>

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		<description><![CDATA[Den folgenden Text habe ich heute auf dem Blog der Grünen NRW veröffentlicht:
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in diesen Tagen  ein wegweisendes Urteil  gesprochen. Das Gericht in Straßburg hat eine Verletzung der  Menschenrechtskonvention für nichtverheiratete Väter durch das deutsche  Sorgerecht festgestellt. Diese haben bisher ohne das Einverständnis der  Mutter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den folgenden Text habe ich heute auf dem <a title="Familienvertrag jetzt! auf dem Blog der Grünen NRW" href="http://blog.gruene-nrw.de/2009/12/07/familienvertrag-jetzt/">Blog der Grünen NRW</a> veröffentlicht:</p>
<blockquote><p>Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in diesen Tagen  ein wegweisendes <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/sorgerecht104.html">Urteil  gesprochen</a>. Das Gericht in Straßburg hat eine Verletzung der  Menschenrechtskonvention für nichtverheiratete Väter durch das deutsche  Sorgerecht festgestellt. Diese haben bisher ohne das Einverständnis der  Mutter (“Vetorecht”) kein Sorgerecht für ihre Kinder. Das Urteil ist  deswegen bedeutsam, da es eine wesentliche <strong>Gerechtigkeitslücke  im deutschen Familienrecht</strong> anprangert – und zwar eine der  vielen.</p>
<p>Die Grüne Bundestagsfraktion <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/presse/dok/317/317704.sorgerechtsregelung_fuer_vaeter_ueberfae.html">hat  prompt reagiert </a>und fordert schon seit langem eine <strong>Öffnung  der geltenden Sorgerechtsregelung</strong> für Väter in Form einer  gerichtlichen Einzelfalllösung. Dieser erste Schritt ist wichtig, um  bestehende Benachteiligungen für Väter – zum Wohle des Kindes –  abzubauen.</p>
<p>Das Urteil stößt hoffentlich aber eine grundsätzliche Debatte über  familien- und kindschaftsrechtliche Fragen in Deutschland an, denn die <strong>Ungerechtigkeiten  und Ungleichbehandlungen von Familienformen</strong> sind mannigfaltig.  Nicht nur unverheiratete Väter sind rechtlich benachteiligt, sondern  auch unverheiratete Paare gegenüber Eheleuten, soziale gegenüber  leiblichen Elternteilen, gleichgeschlechtliche gegenüber  verschiedengeschlechtlichen Partnerschaften und Alleinerziehende  gegenüber Zweielternfamilien. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.</p>
<p>Die Grünen in NRW haben bereits im März 2009 einen <a href="http://hagen2009.gruene-ldk.de/files/2009/03/beschluss-f-1-vielfalt-anerkennen-familienvertrag-einfuhren.pdf">grundlegenden  Beschluss zur <strong>Gleichberechtigung und Wahlfreiheit in der  Familien- und Lebensentwürfepolitik </strong></a>gefasst. Wir fordern,  dass alle Kinder die gleichen Rechte bekommen – und zwar egal, in  welcher rechtlichen Konstellation die Eltern leben. Und wir fordern ein  neues rechtliches Instrument, um Mehrelternschaften zum Wohle des Kindes  verbindlich miteinader zu regeln: den <strong>Familienvertrag</strong>. Denn  Politik darf mit der Ehe keine Norm vorgeben, hinter der alle anderen  Familienformen zurückstehen. Politik hat sich nach der gelebten Vielfalt  in dieser Gesellschaft zu richten. Das Straßburger Urteil bringt  hoffentlich einen Stein ins Rollen, der mit nichts weniger enden darf,  als der rechtlichen Gleichstellung aller Familienformen und der Freiheit  für jeden Menschen, einen Lebensentwurf zu wählen.</p></blockquote>
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