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	<title>Sven Lehmann &#187; Grünes</title>
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	<description>Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen</description>
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		<title>Entschieden gegen Rechts!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 13:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Dienstag haben der Bundesvorstand und die Landesvorstände von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu den rechtsterroristischen Taten in Deutschland die folgende Resolution einstimmig verabschiedet:   Wir sind entsetzt über das Ausmaß der menschenverachtenden Gewalt, die mit rechtsextremistischen Hintergründen in Deutschland verübt wurde. Die Morde, Anschläge und Gewaltaktionen, die der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ zugeordnet werden, zeigen die Existenz rechtsterroristischer Strukturen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am Dienstag haben der Bundesvorstand und die Landesvorstände von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu den rechtsterroristischen Taten in Deutschland die folgende Resolution einstimmig verabschiedet:</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Wir sind entsetzt über das Ausmaß der menschenverachtenden Gewalt, die mit rechtsextremistischen Hintergründen in Deutschland verübt wurde. Die Morde, Anschläge und Gewaltaktionen, die der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ zugeordnet werden, zeigen die Existenz rechtsterroristischer Strukturen und bedeuten eine <strong>völlig neue Dimension rechtsextremistischer Bedrohung in Deutschland</strong>. Diese Bedrohung muss von Staat und Gesellschaft entschieden bekämpft werden.</p>
<p>Die Opfer dieser Rechtsterroristen sind Menschen, die nur deshalb sterben mussten, weil sie dem Feindbild entsprachen, das Rechtsextreme von Menschen haben, die nicht ihrer Gesinnung oder ihrem Menschenbild entsprechen. Die Verbrechen sind deshalb auch ein Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land, den wir nicht hinnehmen dürfen. Man kann sich kaum vorstellen, was in den Familien der Opfer vor sich geht, die sich seit Jahren mit der Frage quälen, warum ihre Angehörigen und FreundInnen kaltblütig am helllichten Tag ermordet wurden.</p>
<p>Der Umgang mit den Taten zeigte sich nicht zuletzt im Namen der zuständigen und bis 2008 ermittelnden <strong>Sonderkommission „Bosporus“</strong>, wie voreingenommen die Ermittlungen eführt wurden. Wir fordern alle Verantwortlichen auf, sich für diese Vorverurteilung zu entschuldigen und durch eine Geste deutlich zu machen, dass wir alle die Trauer dieser Menschen teilen und sie nicht alleine sind.</p>
<p>Es ist unfassbar und nur schwer zu glauben, dass in Deutschland offenbar über fast eine Dekade hinweg Morde und Anschläge aus rechtsextremem Motiv heraus geschehen konnten, ohne dass eine Spur zu den Tätern geführt haben soll. Dass die verantwortlichen Behörden in Thüringen, Hessen und Sachsen offenbar auf dem rechten Auge blind waren, ist unerträglich.</p>
<p>Wir fordern daher eine <strong>rasche, öffentlich geführte und transparente Aufklärung</strong> über mögliche Ermittlungsfehler in den betroffenen Ländern. Vor allem die Rolle des Landesverfassungsschutzes in Thüringen, Hessen und Sachsen muss genau aufgeklärt werden. Wenn bekannte Rechtsextremisten als V-Leute geführt werden, wenn der Verdacht besteht, dass die Terroristen mit „legalen illegalen“ Ausweispapieren ausgestattet wurden, und wenn sich jetzt die Nähe von Verfassungsschützern zu Tätern und Tatort offenbaren, dann stellt sich auch die Frage nach der <strong>Rolle der Verfassungsschutzbehörden</strong>.</p>
<p>Es wäre politisch unerträglich, wenn Ermittlungen gegen Rechtsterroristen durch Verfassungsschützer verhindert worden wären, in dem sie deren Abtauchen womöglich deckten. Parlamente in Bund und Ländern müssen die Vorgänge einschließlich möglicher Verwicklungen des Verfassungsschutzes und Ermittlungsfehler rückhaltlos aufklären – und zwar öffentlich und auch mit Untersuchungsausschüssen.</p>
<p>Es ist auch nicht länger hinnehmbar, dass sich rechtes Gedankengut hinter dem Parteienprivileg versteckt und die verfassungsfeindliche NPD mit öffentlichen Mitteln finanziert wird. Deshalb müssen konsequent die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Verbotsverfahren geschaffen werden. Sollte sich herausstellen, dass Teile des Verfassungsschutzes statt einer aufklärenden eine eskalierende und unterstützende Funktion in rechten Kreisen einnimmt, ist ein solcher Einsatz von V-Leuten nicht weiter zu akzeptieren. Damit ließe sich auch diese Begründung gegen ein NPD-Verbotsverfahren nicht weiter aufrecht erhalten.</p>
<p>Dabei wäre es allerdings ein großer Irrtum zu glauben, dass ein solches Verfahren und mögliches Verbot der NPD das schwerwiegende Problem, dass<strong> in Teilen in unserer Gesellschaft rechtsextremistisches Gedankengut verbreitet ist</strong>, automatisch löst. Vielmehr gilt es, dass aus den Anschlägen und Angriffen von Solingen, Mölln, Hoyerswerda und Rostock sowie den weit über 150 Todesopfern rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990 endlich die richtigen Schlüsse gezogen werden. Es geht hier um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.</p>
<p>Der <strong>Kampf gegen Rechts</strong> muss wieder zu einer zentralen Aufgabe aller demokratischen Kräfte werden. Gerade auch deshalb zeigt sich, wie falsch und gefährlich der Weg von Ministerin Schröder ist, die mit ihrem kruden Extremismusbegriff die Gefahren des Rechtsextremismus verharmlost.</p>
<p>Seit Jahren wird die zivilgesellschaftliche Arbeit gegen Rechtsextremismus immer mehr gegängelt und behindert, stehen jene unter Verdacht, die sich vor Ort rechten Gruppen entgegenstellen und wichtige Präventivarbeit leisten. So hat es rund um die Anti-Nazi-Demos in Dresden eine beispiellose Repressionswelle gegenüber linken und antifaschistischen Gruppierungen gegeben. Das war und ist unverantwortlich.</p>
<p>Wir fordern die sofortige Streichung der „Extremismus-Klausel“ in den Förderprogrammen gegen „Extremismus&#8221;. Die Kürzungen im Haushalt 2012 bei der Demokratieförderung und der Antidiskriminierungsstelle müssen in einem ersten Schritt umgehend rückgängig gemacht werden.</p>
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		<title>FeministIn oder Nicht-FeministIn: Das ist hier die Frage!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 12:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieser Blogpost ist ein Gastbeitrag für das Gunda-Werner-Institut und dort erschienen im Rahmen der Online-Debatte &#8220;Was ist der Streit-Wert?&#8221;: Als im vergangenen Jahr mit dem „Grünen Männermanifest“ ein Aufruf Grüner Politiker in der Partei erschien, der gesellschaftlich und politisch ein neues Männerbild propagierte, waren die Reaktionen aufschlussreich und sind es bis heute. Eine breite Presseresonanz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Blogpost ist ein <a href="http://streit-wert.boellblog.org/2011/10/20/sven-lehmann/">Gastbeitrag für das <strong>Gunda-Werner-Institut</strong> </a>und dort erschienen im Rahmen der Online-Debatte &#8220;Was ist der Streit-Wert?&#8221;:</em></p>
<p>Als im vergangenen Jahr mit dem „<strong><a href="http://www.maennermanifest.de">Grünen Männermanifest</a></strong>“ ein Aufruf Grüner Politiker in der Partei erschien, der gesellschaftlich und politisch ein neues Männerbild propagierte, waren die Reaktionen aufschlussreich und sind es bis heute. Eine breite Presseresonanz, über 1.000 Blog-Kommentare und eine Debatte, die bis heute anhält, zeigen, dass wir mit dem Aufruf in ein Wespennest gestochen haben: in das der tradierten Konflikte. Für rechtslastige „Männerrechte“-Gruppen waren wir die „Eunuchen“, die den „Kotau vor den Emanzen“ machen. Für viele Macho-Männer – auch in der eigenen Partei – plötzlich die neuen „Gedöns-Politiker“. Für viele Feministinnen in der Partei neue Bündnispartner für emanzipatorische Anliegen, für wiederum andere aber auch die, die nun die traditionelle Grüne Frauenpolitik angreifen, gar okkupieren, und die mit einem geschlechterdemokratischen Ansatz Bündnisse einfordern. </p>
<p>Als kurz vor der Bundestagswahl 2005 auf dem Programmparteitag in Berlin die Spitzenkandidatur von der Partei beschlossen werden sollte, kam es zu einer aufschlussreichen Szene. Ein Antrag, der an die geschlechterdemokratischen Regeln der Partei erinnerte und Joschka Fischer eine gleichberechtigte Spitzenkandidatin zur Seite stellen wollte, wurde heftig debattiert. Letztendlich waren es die drei wohl prominentesten Grünen Frauen – Claudia Roth, Bärbel Höhn, Renate Künast – die den Antrag zu Fall brachten. Nicht nur dieses Beispiel zeigt, dass die klassischen Konfliktlinien auch in der Grünen Geschlechterpolitik sich weiterentwickelt haben. Nicht mehr Frauen kämpfen gegen die Dominanz der Männer, sondern FeministInnen gegen Nicht-FeministInnen – und beide gibt es beiden Geschlechtern. </p>
<p>Die <strong>Frage der Bündnisse</strong> ist nach Erscheinen des Männermanifestes leidenschaftlich diskutiert worden, z.B. auf dem Bundesfrauenrat im letzten Herbst, z.B. im Workshop „Wege in eine geschlechtergerechte Gesellschaft“ bei der Grünen Zukunftskonferenz 2011. Und immer wieder die Befürchtung: bündnisorientierte Genderpolitik weiche die traditionelle Frauenpolitik auf und die Männer sollten in „ihrem“ Geschlecht für Emanzipation sorgen. Ja und Nein. Selbstverständlich braucht es weiterhin eine eigenständige Frauenpolitik. Selbstverständlich braucht es eine eigenständige Männerpolitik – gerade und vor allem, weil hier politisch insgesamt ein großer Nachholbedarf besteht. Aber: Nur in Bündnissen und im Geschlechterdialog erfährt der gendersensible Blick auf alle politische Anliegen eine breite Entfaltungskraft. </p>
<p><strong>Beispiel „Equal Pay</strong>“: Die richtige und langjährige grüne Forderung nach gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit wird traditionell von Frauen erhoben und von vielen Grünen Männern – teils leidenschaftlich, aber größtenteils pflichtbewusst – mit vertreten und beklatscht. Sprengkraft entfaltet diese Forderung, wenn wie in der Schweiz es Männergruppen sind, die auf die Straße gehen und für Lohngleichheit demonstrieren. Dort hat <a href="http://www.maenner.ch">männer.ch </a> als Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen eine viel beachtete Kampagne für gleiche Bezahlung auf die Beine gestellt, die eine wichtige Botschaft vermittelte: Wir Männer wollen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, weil wir nicht als Hauptverdiener der Familie die Last der alleinigen Verantwortung in der Erwerbsarbeit tragen wollen. Unter diesen Voraussetzungen sind emanzipierte Männer wichtige Verbündete für feministische Ziele. Heute haben weder Frauen noch Männer wirksame Instrumente, um gegen diskriminierende Bezahlung effektiv vorzugehen. Denn wer traut sich schon, sich erstens zu erkundigen, wie viel die KollegInnen verdienen und zweitens mehr Geld vom Arbeitgeber einzuklagen? Selbst wenn die Klage Aussicht auf Erfolg hätte, ist es wahrscheinlich, dass über Umwege eine Kündigung bzw. die Nichtverlängerung eines befristeten Vertrags die Folge einer solchen Klage sein kann. Damit dieses Risiko nicht bei den einzelnen Frauen liegt, brauchen wir dringend ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte und Gleichstellungsverbände. Das führt auch dazu, dass die Urteile dann für alle betroffenen Beschäftigten gelten und nicht nur für die Frau, die geklagt hat. </p>
<p><strong>Beispiel Familie</strong>: Während viel zu lange Kinderbetreuung als reine Frauenaufgabe und als Entlastung der Frauen betrachtet worden ist, gehen jetzt inzwischen immerhin 23 Prozent der jungen Väter zumindest für zwei Monate in Elternzeit. Immer weniger Männer haben Lust, nur Helden der Arbeit und als Alleinverdiener Haupternährer einer Familie zu sein. Ja, viele Männer wollen weniger Leistungsdruck und mehr wertvolle Zeit für Familie. Es gibt aber auch immer noch viel zu viele Männer, die von den derzeitigen männlich dominierten Gesellschaftsverhältnissen profitieren. Männer in Führungsetagen und Politik, die gerne unter sich bleiben. Männer, die sich darauf verlassen, dass die Frau sich um die Kinder kümmert, falls die Familie keinen der immer noch knappen Betreuungsplätze bekommen hat. Oder aber Geschäftsführer, die es als selbstverständlich ansehen, nach 17 Uhr noch wichtige Meetings anzusetzen. „Männliche“ Strukturen und Herrschaftsverhältnisse sind über Jahrtausende gewachsen, gefestigt und verteidigt worden und führen auch heute noch zur Vormachtstellung der Männer in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wer die gleichberechtigte Gesellschaft erreichen will, muss die männlich dominierte überwinden. Dafür müssen Feministinnen und emanzipierte Männer gemeinsam kämpfen. Und die Männer deutlicher werden, z.B. indem sie ihr Recht auf Teilzeit überall einfordern, auch wenn dies zumeist Widerstand und Unverständnis in den Personaletagen verursachen wird.</p>
<p>Fazit: In sehr vielen Bereichen existieren leider noch immer Benachteiligungen von Frauen. Auch auf der Männerseite gibt es vielfältige Benachteiligungen, die weitestgehend aus der gesellschaftlichen Rolle resultieren bzw. mit Verlustängsten dieser Rolle zu tun haben. Fruchtbar ist es nicht, diese Benachteiligungen gegeneinander aufzuwiegen und zu fragen, „wem es schlechter geht“. Fruchtbar ist es, gemeinsam gegen Rollendruck und Benachteiligungen zu kämpfen, die aus dem Faktor Geschlecht resultieren. Und genau aus diesem Grund sind auch gewisse „Männerrechte“-Organisationen keine Bündnispartner für eine emanzipative Politik. Blogs wie „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land?“ oder Initiativen wie „MannDat“ verfolgen keine pro-feministischen Ziele, sondern haben den neo-konservativen Roll-Back im Auge. Oft sind sie – <a href="http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf">wie der Journalist Thomas Gesterkamp eindrucksvoll nachgewiesen hat</a> – sogar im rechten politischen Spektrum angesiedelt. Sie versuchen, eine vermeintlich „gute alte Ordnung“ wiederherzustellen, indem sie sie Errungenschaften des Feminismus bekämpfen. Deswegen ist Vorsicht geboten: Nicht überall, wo „Männerrechte“ drauf steht, sind wirkliche Bündnispartner drin. </p>
<p>Trotzdem <strong>führt am bündnisorientierten Geschlechterdialog kein Weg vorbei</strong>, wenn wir den Faktor Geschlecht in vielen gesellschaftlichen und politischen Bereichen deutlich machen und emanzipatorische Veränderungen erreichen wollen. Die GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen werden genau dies auf einem „Geschlechtergipfel“ im Jahr 2012 diskutieren und bearbeiten.</p>
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		<title>Die Freiheit der Andersatmenden</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 05:36:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Kürze steht in NRW die Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes an. Schutz vor Passivrauchen und Rauchverbot in Gastronomie in öffentlichen Räumen: ein gesellschaftliches Großkonfliktthema, das die Koalition jetzt angehen will. Die WAZ berichtet heute über die Positionierung des Grünen Landesvorstandes. Den kompletten Text gibt es hier:   Schutz vor Passivrauchen stärken, Wettbewerbsverzerrungen beenden -  Für einen konsequenten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In Kürze steht in NRW die <strong>Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes</strong> an. Schutz vor Passivrauchen und Rauchverbot in Gastronomie in öffentlichen Räumen: ein gesellschaftliches Großkonfliktthema, das die Koalition jetzt angehen will. Die <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Rot-Gruen-will-totales-Rauchverbot-in-Kneipen-id5104329.html">WAZ berichtet heute </a>über die Positionierung des Grünen Landesvorstandes. Den kompletten Text gibt es hier:</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Schutz vor Passivrauchen stärken, Wettbewerbsverzerrungen beenden - </strong></p>
<p><strong>Für einen konsequenten NichtraucherInnenschutz in NRW</strong></p>
<p>Das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz bietet keinen ausreichenden Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens. Die ehemalige schwarz-gelbe Landesregierung hat seinerzeit einen Flickenteppich in Kraft gesetzt, der durch zig Ausnahmeregelungen und Schlupflöcher den Gesundheitsschutz nicht verwirklicht und der zudem etliche Wettbewerbsverzerrungen in der Gastronomie mit sich gebracht hat.</p>
<p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW haben daher nicht nur in der letzten Legislaturperiode einen Gesetzentwurf für einen konsequenten, einheitlichen NichtraucherInnenschutz in den Landtag eingebracht. Wir haben auch im Programm zur Landtagswahl 2010 gefordert, den NichtraucherInnenschutz – u.a. durch ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie sowie dessen Durchsetzung – zu verwirklichen.</p>
<p>Wir GRÜNE sind seit jeher die Partei der persönlichen Freiheit und der Selbstbestimmung. Jeder Mensch soll selber entscheiden, welche Genussmittel sie oder er konsumiert. Wir sind aber auch die Partei des vorbeugenden Gesundheitsschutzes. Daher sehen wir staatliches Handeln in der Pflicht, Menschen vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich oft nicht aussuchen können, wo sie arbeiten, sowie für Kinder und Jugendliche.</p>
<p><strong>Schutz vor Passivrauchen ist vorbeugender Gesundheitsschutz</strong><strong> </strong></p>
<p>Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor bei der Krebsentstehung. Die Beziehung zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs ist besonders auffallend. In Deutschland sind vermutlich bei Männern 90% und bei Frauen 60% der Lungenerkrankungen auf das aktive Rauchen zurückzuführen, so das Robert-Koch-Institut und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Tabakrauch verantwortlich für einen von zehn Todesfällen unter Erwachsenen. </p>
<p>Die Gefahren des Passivrauchens sind ähnlich zu gewichten wie die des Aktivrauchens. Wer sich regelmäßig in Räumen aufhält, in denen geraucht wird, hat ein erhöhtes Risiko für viele Krankheiten und Beschwerden wie Herz-, Kreislauf-, Krebs- und Atemwegserkrankungen. Der Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Lungenkrebs wie auch anderen Krebsarten im Rachenbereich ist nachgewiesen. Wie bei allen krebserzeugenden Stoffen gibt es keinen unteren Grenzwert für eine Konzentration von Tabakrauch in der Luft, die als nicht gesundheitsgefährdend und noch tolerabel angesehen werden könnte. Insgesamt sind im Tabakrauch mehr als 4800 Stoffe enthalten, 90 davon gelten als krebserregend oder möglicherweise als krebserregend. </p>
<p>Es ist daher staatliche Aufgabe, Menschen vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen, ohne das aktive Rauchen zu verbieten. Diese Art der Prohibitionspolitik lehnen GRÜNE ab. </p>
<p><strong>Löchrig wie ein Schweizer Käse: das aktuelle Gesetz in NRW</strong></p>
<p>Der Verpflichtung zum Gesundheitsschutz kommt das jetzige Gesetz in NRW in keiner Weise nach. Die damalige schwarz-gelbe Landesregierung hatte für Nordrhein-Westfalen im Dezember 2007 ein Gesetz zum Schutz von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern erlassen, das wegen seiner vielen Ausnahmeregelungen NRW zum Schlusslicht des bundesdeutschen NichtraucherInnenschutzes gemacht hatte. So sind Gaststätten unter 75 Quadratmetern mit nur einem Raum ohne Verzehr von zubereiteten Speisen ausgenommen. Abgetrennte Raucherräume dürfen immer eingerichtet werden. Sogenannte Raucherclubs, d.h. Räumlichkeiten zum gemeinschaftlichen Konsum von Tabakwaren, sind ausdrücklich erlaubt. Auch Festzelte und Brauchtumsveranstaltungen sind vom Rauchverbot ausgenommen. </p>
<p>Die Gastronomie geht mit diesen vielen Ausnahmetatbeständen sehr erfinderisch um, so dass in einem Großteil der Gaststätten nach wie vor geraucht wird. Dies reicht von überzogenen Interpretationen (wie der Deklarierung von Eisdielen als Raucherclubs) bis hin zu legalem Nutzen der Ausnahmen. Dies hat zur Folge, dass wegen der vielen Einfallstore niemand mehr genau weiß, wo die Grenzen des Erlaubten sind, die Akzeptanz des Rauchverbots sich weder bei der Bevölkerung noch bei den GaststättenbetreiberInnen durchsetzen konnte und die mit der Kontrolle beauftragten Ordnungsämter der Kommunen völlig überfordert sind. </p>
<p>Im April 2011 schob das Oberverwaltungsgericht Münster den schlimmsten Auswüchsen einen Riegel vor, indem es klarstellte, dass Gaststätten nicht einfach per Umbenennung in Raucherclubs das Rauchverbot umgehen können. Das Landesgesundheitsministerium hatte daraufhin die Kommunen aufgefordert, dies in ihrem Aufsichtsbereich umzusetzen. Seither wird zumindest in einigen Städten verstärkt kontrolliert und Raucherclubs untersagt. Nur erlaubt das Gesetz mit seinen anderen zahlreichen Ausnahmen weiterhin das Rauchen in vielen Gaststätten. </p>
<p>Gleich nach dem Regierungswechsel hatte die neue Landesregierung einen Evaluationsbericht über die Wirksamkeit des Gesetzes erstellt. Danach zeigte sich, dass das Rauchverbot in den öffentlichen Einrichtungen, den Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, den Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, den Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie in Flughäfen sich weitgehend durchgesetzt hat. Hier sind nur kleine Verbesserungen und Klarstellungen notwendig. Nur in Gaststätten wurde das Ziel nicht erreicht. Es wurde festgestellt, dass der größte Teil der Rückmeldungen aus der Bevölkerung, den kommunalen Spitzenverbänden und kommunalen Ordnungsämtern auf gravierende Schwachstellen hinweist. Insbesondere wurde bemängelt, dass die vielen Ausnahmetatbestände nicht nur die Intention des Nichtraucherschutzgesetzes, einen weitgehenden NichtraucherInnenschutz zu gewährleisten, erschweren, sondern die Ausnahmemöglichkeiten eine wirksame Kontrolle der Einhaltung des Gesetzes quasi unmöglich machen. </p>
<p><strong>Bayern kann Vorbild für NRW sein – GRÜNE für konsequente Verbesserungen</strong> </p>
<p>Wir GRÜNE wollen einen wirksamen Schutz vor Passivrauchen, der die Ordnungsämter entlastet und der Wettbewerbsverzerrungen in der Gastronomie beseitigt. Die vielfältigen Ausnahmeregelungen für den Gaststättenbereich müssen abgeschafft werden: Das bedeutet ein generelles Rauchverbot in allen gastronomischen Einrichtungen, wie es in etlichen Staaten der Europäischen Union und darüber hinaus längst gängig ist. Dazu müssen die bestehenden Ausnahmen für  Einraumgaststätten, für RaucherInnenräume in Gaststätten, für Raucherclubs, für Festzelte und für Brauchtumsveranstaltungen abgeschafft werden. </p>
<p>Für den Schutz von Kindern und Jugendlichen muss es Nachbesserungen in Einzelbereichen geben: ein generelles Zutrittsverbot zu RaucherInnenräumen von Jugendlichen unter 18 Jahren, ein generelles Rauchverbot an Schulen auch für die nicht einrichtungsbezogenen Veranstaltungen, sowie ein Rauchverbot auf ausgewiesenen Kinderspielplätzen.</p>
<p>Zudem brauchen wir eine Erweiterung des Rauchverbots in nicht dauerhaft geschlossenen Sporteinrichtungen für Zeiten, in denen das Dach geschlossen ist, wie z.B. einigen Fußballstadien. Spielhallen und Spielbanken sind durch die Kultur- und Freizeiteinrichtungen umfasst. Auch hier soll das Rauchverbot gelten.</p>
<p>Besonders ärgerlich ist es, dass die letzten Bundesregierungen es bisher nicht geschafft haben, einen bundesweit geltenden NichtraucherInnenschutz gerade für Gaststätten zu schaffen. Dies wäre ohne weiteres möglich über die Gesetzgebungskompetenz zum Arbeitsschutz. Wir GRÜNE kritisieren dies vor allem deswegen, weil es im Arbeitsschutz ansonsten besonders strenge Regelungen für das Arbeiten mit krebserzeugenden Stoffen gibt. Ein einheitliches bundesweites Verbot würde die Akzeptanz in der Bevölkerung wesentlich erhöhen. In der jetzigen Situation blickt niemand so richtig durch, weil jedes Bundesland andere Regelungen und Ausnahmeregelungen hat. Nur Bayern und das Saarland verfolgen einen konsequenten NichtraucherInnenschutz.</p>
<p><strong>Der Blick über den Tellerrand zeigt: Es funktioniert!</strong></p>
<p>Bayern kann ein Vorbild für NRW sein, da dort die Bevölkerung selber durch einen erfolgreichen Volksentscheid sich einen einheitlichen und konsequenten NichtraucherInnenschutz erkämpft hat.</p>
<p>Auch andere europäische Länder zeigen, dass konsequente Regelungen nicht nur für eine große Akzeptanz in der Bevölkerung und damit für ein weitgehendes Einhalten der Regeln sorgen. Sie zeigen auch, dass die von der Gastronomie ausgesprochenen Befürchtungen, dass ein generelles Rauchverbot zu einem Gaststätten- und Kneipensterben führen würde, nicht eintreten. Irland und Italien haben es vorgemacht, weitere Länder wie Frankreich Spanien folgten dem Beispiel. Es gibt keine nennenswerten Umsatzeinbußen in gastronomischen Einrichtungen, wenn die Regelungen einheitlich sind. In diesem Sinne ist die Panikmache u.a. durch DEHOGA und FDP eine Gespensterdebatte, die über die Versäumnisse der letzten Jahre hinwegtäuschen soll. Anders als es der DEHOGA darstellt, wünschen sich viele GastwirtInnen eine einheitliche Regelung, da sie mit den Raucherkneipen nicht konkurrieren können. In einem konsequenten Gesetz liegt die Zukunft der Kneipenkultur, nicht in einem löchrigen Flickenteppich.</p>
<p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW unterstützen Gesundheitsministerin Barbara Steffens in ihrem Werben für ein konsequentes Gesetz. Wir GRÜNE werden in diesem Sinne in Landesregierung und Landtag, sowie in Bündnissen mit Initiativen und Verbänden in den nächsten Monaten für die Akzeptanz einer solchen Regelung werben. Zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden, Krankenkassen und den öffentlichen Gesundheitsdiensten werden wir uns dafür einsetzen, die Einführung des Gesetzes mit einer Informationskampagne zur gesundheitlichen Prävention zu begleiten.</p>
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		<title>&#8220;Der Kellner kann auch gut kochen&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 16:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interview mit dem Westfälischen Anzeiger zum Stimmungshoch der GRÜNEN, Lage der NRW-Koalition, Energiewende und der Dauerfrage Neuwahlen:   Die Grünen sind auch an Rhein und Weser beliebter denn je. Aber ist ihr momentaner Höhenflug auch von Dauer? Und bleibt die Energie auch nach einem möglichen schnellen Atomausstieg für den kleinen Mann weiterhin bezahlbar? Der neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://www.wa.de/nachrichten/nordrhein-westfalen/sven-lehmann-gruenen-moechte-sparen-1207185.html">Interview mit dem Westfälischen Anzeiger </a>zum Stimmungshoch der GRÜNEN, Lage der NRW-Koalition, Energiewende und der Dauerfrage Neuwahlen:</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Die Grünen sind auch an Rhein und Weser beliebter denn je. Aber ist ihr momentaner Höhenflug auch von Dauer? Und bleibt die Energie auch nach einem möglichen schnellen Atomausstieg für den kleinen Mann weiterhin bezahlbar? Der neue Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann stand Martin Krigar und Detlef Burrichter Rede und Antwort – im übrigen auch zu der seit Monaten heiß diskutierten Frage, ob die rot-grüne Minderheitsregierung diesen Sommer überstehen wird oder nicht.</strong></p>
<p><em>Markieren die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nur einen vorläufigen Höhepunkt der Grünen?</em></p>
<p><em>Sven Lehmann:</em> Wir Grünen sind seit einigen Jahren stetig im Aufschwung, zum Beispiel auch mit einem hervorragenden Ergebnis bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr. Wir sind prinzipientreu und verlässlich. Und wir punkten mit unserem Politikstil – also Politik nicht von oben herab zu machen, sondern im Dialog zu entwickeln. Wissenschaftler sagen uns, dass wir auch dauerhaft mit einem zweistelligen Sockel von Stammwählern rechnen können. Wir erreichen jetzt auch Altersgruppen und Schichten, in denen wir früher nur schwach vertreten waren.</p>
<p><em>Geht nicht ein großer Teil des guten Wahlergebnisses auf das Konto der Atomkatastrophe von Fukushima?</em></p>
<p><em>Lehmann: </em>Die Wahlen waren auch eine Volksabstimmung gegen die Atomenergie. Wir Grüne haben dabei immer das gesagt, was wir seit mehr als 30 Jahren vertreten: dass wir gefährliche Energien wie Atom nicht verantworten können. Das hat sich jetzt traurigerweise noch einmal bestätigt.</p>
<p><em>Können die Grünen im Aufbau ihrer eigenen Parteistrukturen überhaupt Schritt halten mit dem Wachstum bei den Wählern?</em></p>
<p><em>Lehmann:</em> Wir haben in NRW unseren Mitgliederrekord nochmals gebrochen und die 12 000er-Marke überschritten. Das freut uns sehr. Aber nicht jeder, der bei uns neu eintritt, muss ein paar Jahre später gleich Minister werden. Was wir brauchen, sind Ideen und Engagement. Deshalb investieren wir jetzt gezielt in Personalentwicklung. Unsere neuen Mitglieder sollen aktiv mitgestalten können und nicht passiv bleiben.</p>
<p><em>Was bedeuten die Wahlergebnisse im Südwesten denn sonst noch für die Grünen in NRW?</em></p>
<p><em>Lehmann:</em> Die alte Rollenaufteilung zwischen Koch und Kellner ist endgültig Geschichte. Es hat sich offenbar gezeigt, dass der Kellner auch ganz gut kochen kann. SPD und Grüne machen erfolgreiche Politik, wenn sie auf Augenhöhe arbeiten. Die NRW-Landesregierung mit Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann an der Spitze ist da vorbildlich. Deshalb wollen wir in Zukunft immer eine gleichberechtigte Partnerschaft, damit wir hoffentlich ab 2013 auch gemeinsam im Bund regieren können.</p>
<p><em>Das klingt, als seien Sie sehr zufrieden. Wollen Sie im Augenblick gar keine Neuwahlen in NRW, bei denen die Grünen womöglich noch stärker würden als bisher?</em></p>
<p><em>Lehmann: </em>Ein Parlament darf in einer Demokratie nicht leichtfertig aufgelöst werden. Das macht man nur dann, wenn die Handlungsfähigkeit der Regierung nicht mehr gegeben ist. Davon kann zurzeit in NRW keine Rede sein. Ich bin sehr optimistisch, dass auch die Haushaltsabstimmung Mitte Mai erfolgreich verlaufen wird. Deshalb sehe ich keine Veranlassung für Neuwahlen. Wir Grüne scheuen sie aber auch nicht, falls die CDU die Auflösung des Landtags beantragen sollte.</p>
<p><em>Kann die rot-grüne Landesregierung denn mit Geld umgehen?</em></p>
<p><em>Lehmann: </em>Sie kann mit Geld umgehen, hat allerdings sehr schwierige Rahmenbedingungen. Das Land hat ein strukturelles Defizit von mehr als 6 Milliarden Euro. Und die Länder hängen insgesamt am Gängelband des Bundes, der in der Vergangenheit den Ländern immer neue Aufgaben zugewiesen hat. Dadurch stieg ihre Belastung immer weiter. Außerdem wurden massiv Steuermittel entzogen: Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz der schwarz-gelben Bundesregierung kostet NRW jedes Jahr fast eine Milliarde Euro. Trotzdem ist es uns im Haushalt 2011 gelungen, die Nettoneuverschuldung auf 4,8 Milliarden Euro zu reduzieren. Und trotzdem investieren wir – zum Beispiel in Bildung, Kommunen und Klimaschutz. Das war ein Kraftakt. Mehr Konsolidierung geht nur über mehr Steuereinnahmen und eine konsequente Aufgabenkritik.</p>
<p><em>Wo konkret rechnen Sie denn mit Einsparpotenzial?</em></p>
<p><em>Lehmann: </em>Die Effizienzteams beginnen gerade damit, die Landesverwaltung zu durchforsten. Da gibt es durchaus Möglichkeiten: zum Beispiel bei der dritten Reiterstaffel, die völlig überflüssig ist, oder bei den Subventionen an die Landwirtschaftskammern, die man deutlich herunterfahren könnte. Auch den Landesstraßenbau müssen wir überprüfen, weil wir nicht noch mehr Landesstraßen brauchen, sondern einen Schwerpunkt auf Sanierung setzen. Zudem müssen wir weitere Einnahmemöglichkeiten prüfen, zum Beispiel die Einführung eines Kies-Euro (eine Abgabe, die Unternehmen für den Kies-Abbau bezahlen müssten, die Red.). Nicht kürzen dürfen wir bei der Bildung oder den behördlichen Umweltkontrollen. Wenn die CDU eine Milliarde Euro einsparen will, hieße das, dort 20 000 Stellen zu streichen. Das würde bedeuten: weniger Bildung, mehr Gift in Lebensmitteln und Grundwasser.</p>
<p><em>Noch einmal zurück zur Energiepolitik: Wie fühlt man sich als Gewinner ausgerechnet der Atomkatastrophe von Fukushima?</em></p>
<p><em>Lehmann:</em> Wir fühlen uns nicht als Gewinner, denn bei einer solchen Katastrophe verlieren alle. Aber es setzt ein Umdenken in der Gesellschaft ein – und das finden wir notwendig. Jetzt kommt es darauf an, alle Weichen zu stellen, damit wir schnellstmöglich alle Atommeiler endgültig vom Netz nehmen. Es ist möglich, trotzdem die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – durch den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energieeinsparungen.</p>
<p><em>Ändert ein Atomausstieg Ihre Haltung zu dem umstrittenen Steinkohlekraftwerk Datteln?</em></p>
<p><em>Lehmann:</em> Datteln ist kein politisches Problem, sondern ein juristisches. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat den Bau als Schwarzbau gestoppt. Jetzt werden Gutachten zu einem Zielabweichungsverfahren erstellt, die zeigen sollen, ob eine nachträgliche Genehmigung überhaupt möglich ist. Ganz grundsätzlich leisten aus unserer Sicht auch moderne Kohlekraftwerke keinen Beitrag zum Klimaschutz, weil auch sie immer noch zu viel CO2 ausstoßen, und das teils über 60 Jahre lang.</p>
<p><em>Die Energiewende kostet Geld. Haben Sie die Befürchtung, dass die Bevölkerung Ihnen sagt: nein, zu dem Preis nicht?</em></p>
<p><em>Lehmann:</em> Erst einmal setze ich auf das erhöhte Bewusstsein, das es jetzt für Klimawandel und für die Gefahren der Atomenergie gibt. Es ist eine Mär der Atomlobby, dass Energie teurer wird, wenn die Meiler abgeschaltet werden. Außerdem geht es auch um Energieeffizienz durch neue Technologien. Da schlummern enorme Jobpotenziale. Deutschland könnte weltweit führend in diesen neuen Technologien werden. Deshalb ist es gut, dass wir jetzt zum Beispiel einen neuen Windkrafterlass bekommen, der es Kommunen ermöglicht, Windenergie auszubauen und Standorte im fairen Dialog mit den Bürgern zu suchen.</p>
<p><em>Was wird entscheidend sein, ob Rot-Grün in NRW am Ende ein Erfolg wird oder nicht?</em></p>
<p><em>Lehmann:</em> Rot-Grün hat schon jetzt einen Politikwechsel eingeleitet. Kinder, Klima, Kommunen – das sind die Schwerpunkte dieser Landesregierung. Wenn wir so weiter arbeiten, bleibt Rot-Grün in NRW ein Erfolgsmodell.</p>
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		<title>Kohlekraftwerke sind keine Alternative!</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 11:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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		<description><![CDATA[Im heutigen Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger  geht es um die aktuelle Lage in NRW, mögliche Neuwahlen und die Frage, ob bei einem schnellen Atomausstieg neue Kohlekraftwerke nötig sind.   * NRW-Grünen-Vorsitzender Sven Lehmann hält eine komplette Energiewende bis zum Jahr 2030 für möglich * Die grüne Euphorie nach Stuttgart erinnert an die Hochstimmung nach der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im heutigen </em><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/Kohlekraftwerke_sind_keine_Alternative_NR.pdf"><em>Interview</em></a><em> mit dem </em><a href="http://www.ksta.de"><em>Kölner Stadt-Anzeiger </em></a><em> geht es um die aktuelle Lage in NRW, mögliche Neuwahlen und die Frage, ob bei einem schnellen Atomausstieg neue Kohlekraftwerke nötig sind.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><span style="font-size: x-small;"><strong>* NRW-Grünen-Vorsitzender Sven Lehmann hält eine komplette Energiewende bis zum Jahr 2030 für möglich *</strong></p>
<p><em>Die grüne Euphorie nach Stuttgart erinnert an die Hochstimmung nach der NRW-Landtagswahl 2009? Wie lang hält so ein Adrenalinschub?</em></p>
<p>SVEN LEHMANN: Der hält an, da wir in NRW den Politikwechsel geschafft haben. Und außerdem hat der phänomenale Wahlsieg in Baden-Württemberg gezeigt: Grüne Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.</p>
<p><em>Will Ihre Partei nicht die grüne Sympathie-Welle für Neuwahlen nutzen?</em></p>
<p>LEHMANN: Neuwahlen führt man nicht leichtfertig herbei &#8211; nur, wenn die Regierung nicht mehr handlungsfähig ist. Davon aber kann in NRW im Moment keine Rede sein. Wir machen hier keine Neuwahlen, nur weil es anderswo gute Ergebnisse gegeben hat. Wir haben aber auch keine Angst davor. Unsere Aufgabe ist, einen soliden Etat 2011 zu verabschieden.</p>
<p><em>Die Grünen wollen nach der Atomkatastrophe in Japan bis 2017 aus der Atomkraft aussteigen. Und die Versorgungssicherheit?</em></p>
<p>LEHMANN: Die Wahlen waren auch eine Volksabstimmung gegen die Atomenergie. Ein schneller Ausstieg ist machbar durch einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie und der Windenergie an Land. Dazu brauchen wir mehr Erdverkabelung von Stromleitungen, eine stärkere Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, mehr Energieeffizienz. Wer aber jetzt wie CDU, SPD und FDP neue Kohlekraftwerke für eine Alternative hält, verrennt sich. Neue Kohlekraftwerke sind nicht nur klimaschädlich, sondern sie verhindern auch die Energiewende. Der Klimawandel schreitet schließlich weiter voran.</p>
<p><em>Die Anti-Atom-Debatte können die NRW-Grünen ja störungsfrei führen: Es gibt keine AKW im Lande &#8230;</em></p>
<p>LEHMANN Die atomare Gefahr macht vor keiner Grenze halt. Wir haben in NRW das Forschungszentrum Jülich, die Urananreicherungsanlage Gronau und das Zwischenlager Ahaus &#8211; Anlagen, die zur atomaren Brennstoffkette gehören. Mit Jülich zahlen die Steuerzahler die Zeche für das gescheiterte Atomexperiment, bis zu einer Milliarde Euro kosten Abwicklung und Rückbau der Anlage. Die Frage ist zudem: Was passiert mit den 152 Castoren in Jülich, die mit hochradioaktiven Brennelementekugeln bestückt sind? Bundesregierung und Betreiber wollen sie ins Zwischenlager Ahaus transportieren. Wir lehnen das wegen der hohen Risiken konsequent ab.</p>
<p><em>Aber Kohle und Braunkohle wollen die Grünen ja auch nicht. Glauben Sie wirklich, in absehbarer Zeit also alle aus erneuerbaren Energien versorgen zu können?</em></p>
<p>LEHMANN: Die erneuerbaren Energien boomen und sind ein absoluter Jobmotor. Wenn wir jetzt mit aller Kraft an der Energiewende arbeiten, werden Atom und Kohle für die Stromerzeugung bis etwa 2030 überflüssig.</p>
<p><em>Und das Ende vom grünen Öko- Lied: Bauruinen &#8211; wie vielleicht in Datteln, für die wir ähnlich wie heute für Jülich zahlen werden, und hohe Energiepreise, die die Bürger in die Knie zwingen &#8230;</em></p>
<p>LEHMANN: Das ist die klassische Legendenbildung vor allem der vier großen Energieriesen. Fakt ist: Die Energiewende kommt uns auf lange Sicht sogar günstiger, weil wir Atomstrom und Kohle nicht mehr milliardenschwer subventionieren müssen.</p>
<p>DIE FRAGEN STELLTE THOMAS GEISEN</p>
<p></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>&#8220;Unser Dagegen ist ein starkes Dafür!&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 17:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute fand die Pressekonferenz der NRW-Grünen zum Jahresauftakt statt. Hier gibt&#8217;s die Presseinfo dazu:   Die GRÜNEN wachsen – auch in Nordrhein-Westfalen. Seit der Landtagswahl im vergangenen Mai hat der Zuspruch im Land wie im Bund weiter stetig zugenommen, wie die konstanten Umfragewerte belegen. Die GRÜNEN sind auf Bundesebene dritte politische Kraft, in einigen Bundesländern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Heute fand die Pressekonferenz der NRW-Grünen zum Jahresauftakt statt. Hier gibt&#8217;s die <strong>Presseinfo</strong> dazu:</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Die GRÜNEN wachsen</strong> – auch in Nordrhein-Westfalen. Seit der Landtagswahl im vergangenen Mai hat der Zuspruch im Land wie im Bund weiter stetig zugenommen, wie die konstanten Umfragewerte belegen. Die GRÜNEN sind auf Bundesebene dritte politische Kraft, in einigen Bundesländern mit der Chance, auf Platz zwei vorzurücken. Die Zeit der klassischen Volksparteien scheint vorbei zu sein.</p>
<p>„<strong>Wir Grüne sind auf Augenhöhe zu den vermeintlich großen Parteien angekommen</strong>“, erklärten die Parteivorsitzenden Sven Lehmann und Monika Düker. „Unsere derzeitige Stärke ist nicht nur eine politische Konjunkturblase bzw. Profit von der Schwäche der anderen, wie uns politische Beobachter und wissenschaftliche Analysen bescheinigen. Die Basis unseres Zuspruches beruht auf einer <strong>konsequenten inhaltlichen Arbeit</strong> der letzten Jahre mit einer programmatischen Verbreiterung, die uns vom Image der Ein-Themen-Partei weggeführt hat. Uns wird eine hohe Glaubwürdigkeit zugesprochen, die uns auch Stimmen aus dem Nichtwählerlager bringt.  </p>
<p>Der wachsende Zuspruch ist Verpflichtung für uns, dieses Vertrauen in Regierungsverantwortung nicht zu enttäuschen. Wir sind mit unserer Arbeit in NRW auf dem richtigen Weg und sprechen wichtige Themen dieser Zeit an: Wir kämpfen sowohl für die endgültige Abkehr von der Atomkraft und den Ausbau der erneuerbaren Energien als Klimaschutz- und Wirtschaftsfaktor der Zukunft, für starke und handlungsfähige Städte und Gemeinden als auch für hohe Bildungsqualität für alle.. Genau diese Versprechen setzen wir in NRW durch unsere Regierungsbeteiligung um. Das große Interesse der Schulen und Schulträger an der Einrichtung von Gemeinschaftsschulen spricht für sich.</p>
<p>Dabei nehmen wir auch die Seitenhiebe der politischen Konkurrenz gelassen: Momentan versuchen FDP und CDU verzweifelt, uns als destruktive Partei darzustellen. Damit wollen sie jedoch nur ihre eigene Konzeptlosigkeit verschleiern. Den Scherbenhaufen FDP hält offenbar nur noch das gemeinsame Feindbild Grüne zusammen.“</p>
<p>Als Partei stellen sich die GRÜNEN aber auch der großen Herausforderung, die sich für die Parteiendemokratie ergibt: „Wir müssen es jetzt schaffen, diejenigen, die politische Entscheidungen wie Stuttgart 21 auf der Straße kritisch begleiten und die sich aus Protest uns zuwenden, an uns zu binden. <strong>Unser Dagegen ist ein starkes Dafür</strong>: Für eine glaubwürdige Politik, die bewegt und die sich selber bewegt.“</p>
<p>Die GRÜNEN NRW wachsen auch als Partei: Mit insgesamt 11.775 Mitgliedern verzeichnet der Landesverband einen neuen <strong>Mitgliederrekord.</strong> Der bisherige Höchststand stammt aus dem Jahr 1998 und lag bei 11.771.</p>
<p><strong>Wahljahr 2011: Über den Bundesrat zu einer „Grüneren Republik“</strong></p>
<p>Sieben Landtage werden in diesem Jahr neu gewählt. Damit verbinden die NRW-GRÜNEN die Möglichkeit, durch veränderte Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat eine rot-grüne <strong>Gestaltungsmehrheit als Gegengewicht zur schwarz-gelben Bundesregierung</strong> zu erreichen. „Wir haben als Grüne erstmals die Chance, in alle 16 Landtage einzuziehen und über mehrere Regierungsbeteiligungen Grüne Akzente zu setzen. Dabei kommt es auch auf die SPD an“, stellte Düker fest. „Das Festhalten an Großen Koalitionen in den Bundesländern könnte klare Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat verhindern.“  Wenn die Inhalte stimmen, sollten wir jede Chance nutzen, um die Republik ökologisch und sozial verändern zu können. Das Beispiel NRW zeigt, dass auch die Bildung einer Minderheitsregierung erfolgreiche Landespolitik bedeuten kann. Über eine neue Mehrheit im Bundesrat ist es unsere Ziel, 2013 das <strong>Ende der Episode Schwarz-Gelb</strong> zu besiegeln.“</p>
<p><strong>Demokratieoffensive für NRW: Einmischen erwünscht!</strong></p>
<p>Demokratie braucht eine gelebte Partizipation aller. Die parlamentarische repräsentative Demokratie verliert jedoch mehr und mehr an Vertrauen und Akzeptanz. Die große Zahl protestierender Menschen gegen Atomkraft und Stuttgart 21 &#8211; aber auch der große Zuspruch, den der Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck mit seinem Plädoyer, die Distanz zwischen Regierenden und Regierten zu überwinden, erfahren hat, zeigen, dass eine stärkere Beteiligungskultur gebraucht wird.</p>
<p>Deshalb wollen die NRW-Grünen im ersten Halbjahr 2011 im Landtag eine <strong>Demokratieoffensive für NRW</strong> umsetzen. Monika Düker und Sven Lehmann: „Teilhabe und Mitwirkung der BürgerInnen sind in einer Demokratie kein Gnadenakt einer Obrigkeit, sondern Bestandteil einer zivilen Bürgerkultur, die wir als Geschenk für eine lebendige Gemeinschaft nutzen wollen.“</p>
<p>Eine Stärkung der direkten Demokratie in den NRW-Kommunen und auf Landesebene soll die parlamentarische Demokratie ergänzen und den Menschen auch zwischen den Wahlen mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten geben. Die GRÜNEN wollen auf kommunaler Ebene das Zustimmungsquorum für <strong>Bürgerentscheide</strong> in den größeren Städte halbieren, den Ausschluss von Planungsangelegenheiten aufheben und die Regelungen zum Kostendeckungsvorschlag modifizieren. An letzterer Hürde sind im letzten Jahr die meisten Bürgerbegehren gescheitert. Auf Landesebene wollen die GRÜNEN die Verfahren zu <strong>Volksbegehren/Volksentscheide</strong> vereinfachen (Bsp.: freie Unterschriftensammlung) und die Unterschriftenhürde absenken.</p>
<p>Die <strong>Bürgermeisterwahlen</strong> sollen wieder mit den Wahlen zu Rat zusammengelegt werden (ebenso beim Landrat/Kreistag), die Stichwahl wieder eingeführt und den BürgerInnen ermöglicht werden, den Bürgermeister abwählen zu können.</p>
<p>Die demokratische Mitwirkung Jugendlicher wollen die GRÜNEN mit einer <strong>Absenkung des Wahlalters</strong> bei Landtagswahlen auf 16 Jahren (analog zu den Kommunalwahlen) stärken.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>“Grüne im Dialog“ zum Klimaschutzgesetz</strong></p>
<p>„Parteien sind Mittler zwischen den Bürgerinnen und Bürger und den staatlichen Institutionen. Wir Grüne gehen mit gutem Beispiel voran und werden eine <strong>Dialog-Offensive</strong> starten“, fügte Sven Lehmann an. „2011 wird das Jahr des Klimaschutzgesetzes und des Klimaschutzplans für NRW. Damit wollen wir mehr Energieeffizienz in der regionalen Wirtschaft, eine schnellere Verkehrswende und mehr ökologische Landwirtschaft umsetzen. Dies geht nur im Dialog mit den Menschen und gesellschaftlichen Gruppen. Deswegen werden wir als Partei in Dialog-Veranstaltungen Wege zu einem Klimaschutzplan für NRW erarbeiten. Um unsere ökologischen Ziele zu erreichen, müssen wir alle Gruppen mit ins Boot holen: die regionale Wirtschaft und Industrie, die Verbände und Initiativen, die Gewerkschaften, alle Bürgerinnen und Bürger. Wir werden uns nicht davor scheuen, auch Konflikte zu diskutieren. Wir wollen Betroffene zu Beteiligten machen, so schaffen wir Akzeptanz für unsere Politik.“</p>
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		<title>Mehr Verteilungsgerechtigkeit wagen!</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 07:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Grünes]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Zahlen und ein sperriges Wort – ein Konflikt könnte unscheinbarer kaum sein. Am Sonntagmorgen diskutiert der grüne Parteitag in Freiburg über die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung. Seit Jahren vermeidet die Partei eine klare Positionierung, wie die Bemessungsgrenze in Zukunft ausgestaltet sein soll. Dabei ist eine konkrete Festlegung in dieser auf den ersten Blick unscheinbaren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Zahlen und ein sperriges Wort – ein Konflikt könnte unscheinbarer kaum sein. Am Sonntagmorgen diskutiert der <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/bundesdelegiertenkonferenz-in-freiburg.html">grüne Parteitag in Freiburg </a>über die <strong>Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung</strong>. Seit Jahren vermeidet die Partei eine klare Positionierung, wie die Bemessungsgrenze in Zukunft ausgestaltet sein soll. Dabei ist eine konkrete Festlegung in dieser auf den ersten Blick unscheinbaren Frage in Wirklichkeit eine entscheidende Bewährungsprobe für unseren <strong>sozialpolitischen Anspruch</strong> als Grüne.</p>
<p>Das politische Tagesgeschäft dreht sich im Moment vor allem um die Laufzeitverlängerungen, um Stuttgart 21 und um die Frage, ob die Grünen zur neuen Volkspartei werden. Die Freude über steigende Umfragewerte und das ungeahnte Wählerpotential sind riesig, aber die strategische Antwort auf die <strong>Herausforderungen einer 20-Prozent-Partei</strong> muss durch programmatische Schärfung erfolgen. In der Sozial-, Gesundheits- und Finanzpolitik entscheidet sich in den kommenden Jahren, ob wir Grüne wirklich die Partei des Allgemeinwohls sind, oder ob wir uns davor drücken, Besserverdienende und Vermögende stärker an der Finanzierung des Sozialstaats zu beteiligen.</p>
<p>In Zeiten knapper Kassen mehren sich die Stimmen, die Sozialpolitik endlich vom altbackenen Verteilungsdiskurs trennen wollen. An die Stelle der klassischen Sozialpolitik tritt immer stärker die Frage von Bildungschancen, Teilhabe und Integration. Zweifellos sind das zentrale Themen. Aber wer die <strong>Verteilungsfrage</strong> außer acht lässt oder gar bewusst übergeht, der ignoriert damit die soziale Realität in dieser Gesellschaft. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in den letzten Jahren massiv gewachsen, die Mittelschicht schrumpft. Immer mehr „Risikogruppen“ wie Alleinerziehenden, Erwerbslosen etc. bleibt eine Teilhabe an dieser Gesellschaft verwehrt. Dafür nur das selektive Bildungssystem verantwortlich zu machen, wäre deutlich zu kurz gesprungen. Mit einer gerechten Steuer- und Sozialpolitik müssen wir der wachsenden Ungleichheit in Zukunft endlich wieder aktiv entgegenwirken. Wir Grüne dürfen uns deshalb nicht auf gerechte Bildungschancen beschränken, sondern müssen uns auch als <strong>Partei der Verteilungsgerechtigkeit</strong> profilieren.</p>
<p>Doch was hat das mit der Beitragsbemessungsgrenze zu tun? Die Finanzierung des Gesundheitssystems ist eine der zentralen Stellschrauben für die Antwort auf die soziale Frage. Unser Nein zu Röslers unsozialer Gesundheitspolitik ist auch ein klares Ja zu mehr Solidarität. Wir Grüne sprechen uns zu Recht für die Einbeziehung aller Einkommensarten und Berufsgruppen in eine <strong>solidarische Bürgerversicherung</strong> aus. Diese Verbreiterung der Finanzierung ist ein wichtiger Schritt – aber es darf nicht der Einzige bleiben. Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung führt zu absurden Effekten. Bis zu einem Einkommen von gut 60.000 Euro im Jahr steigt die Belastung durch Steuern und Abgaben progressiv an, durch den Wegfall der Krankenkassenbeiträge für Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze sinkt die prozentuale Last jedoch wieder ab. Das ist der Hauptgrund, warum mittlere Einkommen bei uns im internationalen Vergleich besonders belastet sind, obwohl wir eine der niedrigsten Steuerquoten haben.</p>
<p>Unser sozialpolitischer Anspruch muss sich an den Diskussionen und Beschlüssen auf dem Parteitag messen lassen. Die heutige<strong> Beitragsbemessungsgrenze</strong> liegt aktuell bei 3.750 Euro. Für die grüne Forderung zur zukünftigen Höhe stehen die Werte 4.162,50 Euro und 5.500 Euro zur Abstimmung. Durch die Einführung der solidarischen Bürgerversicherung würde gleichzeitig die Möglichkeit genommen, sich dem Solidarausgleich der Gesetzlichen Krankenversicherung zu entziehen und in die bisher subventionierte Privatversicherung zu wechseln. Entscheidet sich der Parteitag für die 5.500 Euro, dann hätte allein das laut einer Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion einen Entlastungseffekt auf den Beitragssatz von immerhin 0,8 Prozentpunkten – der Effekt der geringeren Anhebung wäre mit 0,3 Prozentpunkten nicht einmal halb so groß. Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze darf aber nicht die einzige Forderung bleiben, schließlich verschiebt sie das Problem nur in höhere Einkommensgruppen. Der Parteitag muss zudem klar machen, dass wir Grüne im Rahmen eines umfassenden Steuer- und Abgabenkonzepts die verrückten Belastungseffekte der Beitragsbemessungsgrenze ausgleichen und beheben werden, um für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen.</p>
<p>Es geht also auch um die Frage, ob wir Grüne den Mut haben, für das Solidarprinzip einzutreten und konkret zu benennen wie das Gesundheitssystem in Zukunft finanziert werden soll. Auf der Bundesdelegiertenkonferenz muss hier ein klares Zeichen gesetzt werden. Wir Grüne dürfen uns nicht im Lichte guter Umfrageergebnisse und steigender Zustimmung  sonnen, sondern müssen mit klugen Konzepten eine <strong>starke Stimme für Verteilungsgerechtigkeit</strong> sein.</p>
<p><em>Gesine Agena, Bundessprecherin der Grünen Jugend</em></p>
<p><em>Rasmus Andresen, MdL Schleswig-Holstein</em></p>
<p><em>Emily Büning, Bundessprecherin der Grünen Jugend</em></p>
<p><em>Sven-Christian Kindler, MdB</em></p>
<p><em>Sven Lehmann</em><em>, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen</em></p>
<p><em>Max Löffler</em></p>
<p><em>Marlene Löhr, Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein</em></p>
<p><em>Agnieszka Malczak, MdB</em></p>
<p><em>Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
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		<title>NRW wird Rot-Grün &#8211; NRW wird zum Land der Chancen</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 20:52:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Grünes]]></category>
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		<category><![CDATA[Rot-Grün]]></category>

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		<description><![CDATA[Habemus Koalitionsvertragam! &#8211; Nach 15 intensiven Verhandlungstagen mit vielen Nachtsitzungen und einer irren Gemeinschaftsleistung haben wir in Rekordzeit einen Koalitionsvertrag mit der NRW-SPD ausgehandelt, der sich sehen lassen kann. NRW hat damit die Chance, Vorreiter in Sachen Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit und kommunaler Demokratie zu werden! Auf dem heutigen Landesparteitag haben wir nach intensiver Diskussion den Vertrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habemus Koalitionsvertragam! &#8211; Nach 15 intensiven Verhandlungstagen mit vielen Nachtsitzungen und einer irren Gemeinschaftsleistung haben wir in Rekordzeit einen <a href="http://www.gruene-nrw.de/koalitionsvertrag"><strong>Koalitionsvertrag mit der NRW-SPD</strong> </a>ausgehandelt, der sich sehen lassen kann. NRW hat damit die Chance, Vorreiter in Sachen Klimaschutz, Bildungsgerechtigkeit und kommunaler Demokratie zu werden!</p>
<p>Auf dem heutigen Landesparteitag haben wir nach intensiver Diskussion den Vertrag bei nur zwei Gegenstimmen angenommen: eine überwältigende Unterstützung! Damit ist der Weg frei für die Wahl von Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin von NRW und der <strong>Bildung der ersten rot-grünen Minderheitsregierung</strong> in diesem Land.</p>
<p>Meine <strong>Eröffnungsrede</strong> auf dem Parteitag gibt es <a href="http://www.youtube.com/watch?v=u3exgdevqqk"><strong>hier </strong></a> zum Nachhören.</p>
<p>Ein paar Impressionen vom Parteitag:</p>
<div id="attachment_72" class="wp-caption alignnone" style="width: 277px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010.jpg"><img class="size-medium wp-image-72 " title="neuss2010" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010-300x201.jpg" alt="Eröffnungsrede" width="267" height="157" /></a><p class="wp-caption-text">Eröffnungsrede</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_73" class="wp-caption alignnone" style="width: 283px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010b.jpg"><img class="size-medium wp-image-73" title="neuss2010b" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010b-300x199.jpg" alt="" width="273" height="191" /></a><p class="wp-caption-text">mit Sylvia Löhrmann und dem Koalitionsvertrag</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_74" class="wp-caption alignnone" style="width: 290px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010c.jpg"><img class="size-medium wp-image-74" title="neuss2010c" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010c-300x199.jpg" alt="" width="280" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Grüne Verhandlungskommission</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_75" class="wp-caption alignnone" style="width: 267px"><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010d.jpg"><img class="size-medium wp-image-75" title="neuss2010d" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/neuss2010d-300x189.jpg" alt="" width="257" height="156" /></a><p class="wp-caption-text">mit den künftigen Grünen MinisterInnen Sylvia Löhrmann, Barbara Steffens und Johannes Remmel</p></div>
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		<title>&#8220;Wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt gehen, sondern bei den Grünen Politik machen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 08:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grünes]]></category>
		<category><![CDATA[LDK]]></category>
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		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein erfolgreicher Parteitag liegt hinter uns. Auf der gestrigen Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen haben wir nicht nur einen neuen Landesvorstand gewählt, sondern mit überwältigender Mehrheit beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der SPD zur Bildung einer rot-grünen Regierung in NRW auf der Basis wechselnder Mehrheiten einzugehen. Die große Unterstützung der Basis und das Vertrauen in die Grüne Verhandlungskommission und in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein erfolgreicher Parteitag liegt hinter uns. Auf der gestrigen <a href="http://neuss2010.gruene-ldk.de/">Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen</a> haben wir nicht nur einen neuen Landesvorstand gewählt, sondern mit überwältigender Mehrheit beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit der SPD zur Bildung einer rot-grünen Regierung in NRW auf der Basis wechselnder Mehrheiten einzugehen.</p>
<p>Die große Unterstützung der Basis und das Vertrauen in die Grüne Verhandlungskommission und in unsere Verhandlungsführerin <a href="http://sylvia-loehrmann.de/">Sylvia Löhrmann </a>geben Kraft für die nächsten Wochen. NRW muss grüner werden, wir wollen den Politikwechsel gestalten, für den wir bei der Landtagswahl gewählt wurden!</p>
<p>Ich freue mich riesig über meine Wahl zum Landesvorsitzenden mit 88,4% &#8211; ein Traumergebnis, mit dem ich so nicht gerechnet hätte. Danke an Alle für die tolle Unterstützung und den Zuspruch vor, während und nach der LDK!</p>
<p>Meine Bewerbungsrede ist jetzt auch online zum Nachsehen und -hören:</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=itybymp-U2U">Bewerbungsrede auf der LDK in Neuss</a></p>
<p>Ich freue mich auf zwei spannende Jahre, auf die Zusammenarbeit mit meiner Vorsitzenden-Kollegin Monika Düker und dem gesamten Team im neuen Landesvorstand!</p>
<p><a href="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/LaVo2010-12.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-64" title="Landesvorstand Grüne NRW 2010 - 2012" src="http://sven-lehmann.eu/wp-content/uploads/LaVo2010-12-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a></p>
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		<title>Das Grüne Männer-Manifest – &#8220;Nicht länger Machos sein müssen&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 20:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünes]]></category>
		<category><![CDATA[Männermanifest]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussionen zum Männermanifest bitte unter www.maennermanifest.de! Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden, mischen in Rap und Hip-Hop mit und sind im Fußball international erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen. Gleiche Rechte in Deutschland anno 2010? Ist Alice im Wunderland angekommen? Mitnichten. Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskussionen zum Männermanifest bitte unter <a title="Das Grüne Männermanifest" href="http://www.maennermanifest.de">www.maennermanifest.de</a>!</p>
<blockquote><p>Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren  Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden, mischen in Rap und Hip-Hop  mit und sind im Fußball international erfolgreicher als ihre männlichen  Kollegen. Gleiche Rechte in Deutschland anno 2010? Ist Alice im  Wunderland angekommen?</p>
<p>Mitnichten. Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von  einem tief sitzenden Geist der geschlechtlichen Polarität durchflutet  ist, der Frauen auf Weiblichkeit und Männer auf Männlichkeit reduziert.  Damit muss endlich Schluss sein. Wir wollen nicht länger Machos sein  müssen, wir wollen Menschen sein!</p>
<p><strong>Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.</strong></p>
<p>Bedeutende Frauen wie Olympe de Gouges, Louise Otto-Peters, Simone de  Beauvoir und die Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert waren Pionierinnen  für Gleichberechtigung und Feminismus. Einen Makel haben einige  feministische Diskurse aber leider gerade in Deutschland bis heute:  Männer spielen in ihm nur selten eine Rolle. Dabei ist wirkliche  Gleichberechtigung, sind gleiche Rechte und gleiche Pflichten nur <em>mit</em> den Männern zu erreichen – nicht gegen sie. Frauen haben durch den  Feminismus ihre Möglichkeiten erweitert, Männern steht dieser Schritt  noch bevor.</p>
<p>Das Diktum des sozialen Geschlechtes, des Rollenzwangs und der  festgelegten Verhaltensmuster gilt nämlich ebenso für Männer. Weil diese  davon aber materiell und sozial immer profitiert haben, wurde erst in  jüngerer Zeit zum Thema, dass Geschlechterrollen auch für Männer ein  Korsett sind, das ihnen mehr schadet als nützt.</p>
<p>Nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke ging eine  Debatte über die Gesundheit von Männern, über Schwäche und Depressionen,  über Versagensängste durch die Republik – endlich! Wir fragen uns  jedoch: Sind die Männer, die öffentlich trauerten und weinten, aber  nicht auch diejenigen, die eine Woche später in den Stadien und  Fankneipen einen Fußballer als Schwuchtel beschimpfen würden, wenn er  sich als homosexuell outet? Oder als Weichei, wenn er ein Jahr Babypause  nimmt und seine Frau für den Lebensunterhalt sorgen lässt?</p>
<p>Wir brauchen ein neues Bewusstsein für eine neue Männlichkeit. Wir  als männliche Feministen sagen: Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.</p>
<p><strong>Wir wollen Neue Werte – Neue Arbeit – Neue Perspektiven!</strong></p>
<p>Die Krise ist männlich. Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise,  Hunger- und Gerechtigkeitskrise, all dies sind direkte Folgen einer vor  allem „männlichen“ Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren  Planeten an den Rand des Ruins getrieben hat. Entfesselter Wachstum und  ungehemmter Profit müssen ein Ende haben. Wir wollen anders leben!</p>
<p>Wir wollen entlang von Werten leben und arbeiten, die auf  Wertschöpfung, Gemeinwohlorientierung, individueller Freiheit,  Nachhaltigkeit und Entschleunigung basieren. Dazu müssen politische  Weichen gestellt werden. Neue Zeitmodelle in den Unternehmen müssen es  Männern ermöglichen, ihre Wochen- und Lebensarbeitszeit zu reduzieren,  Teilzeitphasen oder Sabbatjahrmodelle zu verwirklichen. Entschleunigung  ist auch hier Schlüssel: Viel zu selten werden Männern im  Erwerbsarbeitsleben „nicht-klassische“ Erwerbsbiografien ermöglicht. Das  Bild vom männlichen Hauptverdiener schwebt auch hier noch in den Köpfen  vieler Personalverantwortlicher.</p>
<p>Es ist weder schlau noch gut, Menschen lediglich eindimensional in  wirtschaftliche Wachstumsprozesse einzubinden. Familienleben und  soziales wie gesellschaftliches Engagement sind gerade für Männer eine  Möglichkeit, an einem qualitativen Wachstum mitzuwirken. Vernetztes  Denken, ganzheitliche Bildung und Kreativität können sich nur vollends  entfalten, wenn Menschen alle Lebensbereiche gemeinsam gestalten. Das  Ende der Rollenaufteilung ist auch wirtschaftlich notwendig, denn ein  Ende der Ungleichbehandlung führt für alle Beteiligten zu einer größeren  Zufriedenheit.</p>
<p><strong>Wir brauchen Neue Wege für Jungs!</strong></p>
<p>Die Wiege der Gleichberechtigung ist wie so oft die Bildung und  Erziehung. Hier fallen die Würfel. Viel ist in den letzten Jahren von  der Bildungsmisere der Jungen geschrieben und gesprochen worden und  vieles ist richtig. Jungen fallen viel häufiger als „Verlierer“ aus dem  Bildungssystem: Sie brechen die Schule öfter ab, erreichen schlechtere  Leistungen und Abschlüsse, sind häufiger schulmüde als Mädchen. Deshalb  braucht es eine emanzipatorische Erziehung und eine individuelle  Förderung, die die Stärken von Jungen und Mädchen gleichermaßen  wertschätzt und fördert.</p>
<p>Zwischen emanzipierten Müttern und frauenverachtenden Hip-Hoppern  bekommen Jungen heute ein breites Repertoire zur Orientierung geboten.  Was oft fehlt, sind die positiven Rollenbilder einer anderen, neuen  Männlichkeit. Längst wissen wir, dass mit zunehmender Gleichberechtigung  das Patriarchat umso härter zurückschlägt: mit Gewalt, medialem  Sexismus oder Schein-Bastionen der Männlichkeit in Sport und Musik. Wir  wollen <em>role models</em> aus Sport, Medien, Politik und Kultur, die  nicht den Macker spielen müssen, weil sie eben selber stark genug sind,  auch schwach sein zu dürfen.</p>
<p>Wir wollen mehr geschlechtersensible Männer in „klassischen“  Frauenberufen: mehr Erzieher, mehr Grundschullehrer, mehr  Sozialpädagogen. Und wir wollen, dass Jungen selbstbewusst ihren  Interessen nachgehen können und nicht in tradierte Schemata gedrängt  werden. Deswegen fordern wir neue Wege für Jungs durch die Etablierung  von „Boy’s Days“ und ein geschlechtersensibles Bildungs- und  Berufsberatungsangebot. Denn das Interesse am Maschinenbau ist nicht  angeboren.</p>
<p><strong>Wir fordern: Neue Väter statt „Vater morgana“!</strong></p>
<p>Seit der Einführung der Partnermonate im Elterngeld durch Ursula von  der Leyen bejubeln viele Medien die „neuen Väter“ und den Run auf die  beiden Monate zwischen Wickeltisch und Sandkasten. Und, in der Tat: Die  beiden Partnermonate waren ein Erfolg, ein Einstieg in die Übernahme von  Verantwortung von Vätern in Haushalt und Erziehung. Aber werden Männer  damit wirklich zu „neuen Vätern“? Oder handelt es sich nicht in  Wirklichkeit um eine „Vater morgana“, die Vätern lediglich eine  verlängerte Auszeit vom Job ermöglicht, und zwar in der Regel dann, wenn  die ersten zwölf Monate nach der Geburt glücklich überstanden sind?</p>
<p>Wir wollen auch hier Gleichberechtigung: Die Aufteilung der  Elternzeit muss paritätisch sein. Dies würde nicht nur Männern mehr  Verantwortung abverlangen, sondern auch die Unternehmen und Arbeitgeber  zum Umdenken zwingen. Zwei Monate ist ein Arbeitnehmer für den  Arbeitgeber zu entbehren, sechs Monate oder länger jedoch verlangen neue  Zeit- und Jobmodelle, die wir dringend brauchen – hin auf dem Weg zu  echter Gleichberechtigung.</p>
<p>Männer leiden unter ähnlichen Vereinbarkeitsproblemen wie Frauen:  Gerade junge Männer haben mittlerweile den Anspruch, Kind(er), Karriere,  Engagement und Freizeit miteinander vereinbaren zu können, anstatt sich  für das eine oder gegen das andere entscheiden zu müssen. Sie wollen  nicht länger daran scheitern, Berufs- und Privatleben in eine gute  Balance zu bringen, sondern moderne Partnerschaftskonzepte durchgängig  leben und die Rolle des “neuen Vaters” tatsächlich einnehmen. Als  moderne Väter wollen sie ihren Kindern beim Aufwachsen helfen,  selbstbestimmt die Erziehungsarbeit teilen – statt Zuschauer zu bleiben.  Auch deshalb muss Teilzeit für Chefs sowie Männer in Kitas und  Grundschulen zur Selbstverständlichkeit werden.<strong> </strong></p>
<p><strong>Wir stehen für ein Neues Gesundheitsbewusstsein!</strong></p>
<p>Männer sterben noch heute im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen –  Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Zeichen chronischer  Überlastungen sind die häufigsten Todesursachen. Jahrhundertelang  gehörte es nicht um Selbstbild eines Mannes, sich um seine Gesundheit zu  kümmern. Dumme Sprüche wie “Ein Indianer kennt keinen Schmerz” führen  dazu, dass viele Männer körperliche Warnsignale überhören oder  bagatellisieren. Doch der Körper lügt nicht.</p>
<p>Männer sollen krank werden dürfen – ohne als Versager dazustehen.  Umso wichtiger ist ein großer Aufbruch für die Männergesundheit. Wir  brauchen mehr Konzentration auf die Prävention von Männerkrankheiten, in  den Krankenkassen und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung.</p>
<p>Die bestehende Rollenaufteilung der Geschlechter führt immer wieder  zu schweren psychischen Belastungen. Sowohl Frauen als auch Männer  leiden unter den enormen gesellschaftlichen Anforderungen, die ihnen auf  Grund ihres Geschlechts abverlangt werden. Dies ist vor allem dort ein  Problem, wo die eigene Entwicklung den Normvorstellungen wenig  entspricht. Für Körper und Psyche des Menschen ist es daher dringend  nötig, die Rollen endlich aufzubrechen.</p>
<p><strong>Wir sind Grüne Feministen</strong> und haben gute Erfahrungen  gemacht, Macht und Einfluss zu teilen. Wir sind mit Quoten  und  Doppelspitzen groß geworden. Wir kennen und schätzen gleiche Rechte und  gleiche Pflichten sowie die Verantwortung, als Beispiel voranzugehen.  Uns trägt die Vision einer Gesellschaft verschiedenster Individuen, die  unter gleichen Bedingungen zusammenleben.</p>
<p>Wir sind keine Dinosaurier mehr. Wir wollen auch keine Alleinernährer  sein. Wir wollen weniger Leistungsdruck, bessere gesundheitliche  Prävention und mehr wertvolle Zeit. Wir wollen keine Helden der Arbeit  sein, wir wollen leben. Wir wollen Macht, Verantwortung und Pflichten  teilen und das Korsett alter Geschlechterrollen von uns reißen. Wir  wollen neue Perspektiven für Männer im 21. Jahrhundert!</p>
<p><strong>Sven Lehmann</strong> | Landesvorstand Bündnis 90/Die Grünen  NRW</p>
<p><strong>Jan Philipp Albrecht MdEP</strong> | Grüne Fraktion im  Europäischen Parlament</p>
<p><strong>Kai Gehring MdB</strong> | Grüne Fraktion im Deutschen  Bundestag</p>
<p><strong>Malte Spitz</strong> | Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen</p>
<p><strong>Arndt Klocke</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen NRW</p>
<p><strong>Gerhard Schick MdB</strong> | Grüne Fraktion im Deutschen  Bundestag</p>
<p><strong>Dieter Janecek</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen Bayern</p>
<p><strong>Sven-Christian Kindler MdB</strong> | Grüne Fraktion im  Deutschen Bundestag</p>
<p><strong>Till Steffen</strong> | Justizsenator Hamburg</p>
<p><strong>Rasmus Andresen MdL</strong> | Grüne Fraktion im Landtag  Schleswig-Holstein</p>
<p><strong>Eike Block</strong> | Sprecher Grüne Jugend NRW</p>
<p><strong>Christian Kühn</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen Baden-Württemberg</p>
<p><strong>Max Löffler</strong> | Sprecher Grüne Jugend Bundesverband</p>
<p><strong>Henning von Bargen</strong> | Leiter Gunda-Werner-Institut in  der Heinrich-Böll-Stiftung</p>
<p><strong>Christoph Erdmenger</strong> | Landesvorsitzender Bündnis  90/Die Grünen Sachsen-Anhalt</p>
<p><strong>Jörg Rupp</strong> | Parteirat Bündnis 90/Die Grünen  Baden-Württemberg</p>
<p><strong>Martin-Sebastian Abel</strong> | Sprecher LAG Kultur Bündnis  90/Die Grünen NRW</p>
<p><strong>Matthi Bolte</strong> | Ratsmitglied Bündnis 90/Die Grünen  Bielefeld</p>
<p><strong>Martin Wilk</strong> | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband  Kreuzberg-Friedrichshain</p>
<p><strong>Janosch Dahmen</strong> | Sprecher LAG Gesundheit Bündnis  90/Die Grünen NRW</p>
<p><strong>Can Erdal</strong> | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband  Düsseldorf</p></blockquote>
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