Artikel-Schlagworte: „Grünes“

“Der Kellner kann auch gut kochen”

Dienstag, 26. April 2011

Interview mit dem Westfälischen Anzeiger zum Stimmungshoch der GRÜNEN, Lage der NRW-Koalition, Energiewende und der Dauerfrage Neuwahlen:

 

Die Grünen sind auch an Rhein und Weser beliebter denn je. Aber ist ihr momentaner Höhenflug auch von Dauer? Und bleibt die Energie auch nach einem möglichen schnellen Atomausstieg für den kleinen Mann weiterhin bezahlbar? Der neue Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann stand Martin Krigar und Detlef Burrichter Rede und Antwort – im übrigen auch zu der seit Monaten heiß diskutierten Frage, ob die rot-grüne Minderheitsregierung diesen Sommer überstehen wird oder nicht.

Markieren die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nur einen vorläufigen Höhepunkt der Grünen?

Sven Lehmann: Wir Grünen sind seit einigen Jahren stetig im Aufschwung, zum Beispiel auch mit einem hervorragenden Ergebnis bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr. Wir sind prinzipientreu und verlässlich. Und wir punkten mit unserem Politikstil – also Politik nicht von oben herab zu machen, sondern im Dialog zu entwickeln. Wissenschaftler sagen uns, dass wir auch dauerhaft mit einem zweistelligen Sockel von Stammwählern rechnen können. Wir erreichen jetzt auch Altersgruppen und Schichten, in denen wir früher nur schwach vertreten waren.

Geht nicht ein großer Teil des guten Wahlergebnisses auf das Konto der Atomkatastrophe von Fukushima?

Lehmann: Die Wahlen waren auch eine Volksabstimmung gegen die Atomenergie. Wir Grüne haben dabei immer das gesagt, was wir seit mehr als 30 Jahren vertreten: dass wir gefährliche Energien wie Atom nicht verantworten können. Das hat sich jetzt traurigerweise noch einmal bestätigt.

Können die Grünen im Aufbau ihrer eigenen Parteistrukturen überhaupt Schritt halten mit dem Wachstum bei den Wählern?

Lehmann: Wir haben in NRW unseren Mitgliederrekord nochmals gebrochen und die 12 000er-Marke überschritten. Das freut uns sehr. Aber nicht jeder, der bei uns neu eintritt, muss ein paar Jahre später gleich Minister werden. Was wir brauchen, sind Ideen und Engagement. Deshalb investieren wir jetzt gezielt in Personalentwicklung. Unsere neuen Mitglieder sollen aktiv mitgestalten können und nicht passiv bleiben.

Was bedeuten die Wahlergebnisse im Südwesten denn sonst noch für die Grünen in NRW?

Lehmann: Die alte Rollenaufteilung zwischen Koch und Kellner ist endgültig Geschichte. Es hat sich offenbar gezeigt, dass der Kellner auch ganz gut kochen kann. SPD und Grüne machen erfolgreiche Politik, wenn sie auf Augenhöhe arbeiten. Die NRW-Landesregierung mit Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann an der Spitze ist da vorbildlich. Deshalb wollen wir in Zukunft immer eine gleichberechtigte Partnerschaft, damit wir hoffentlich ab 2013 auch gemeinsam im Bund regieren können.

Das klingt, als seien Sie sehr zufrieden. Wollen Sie im Augenblick gar keine Neuwahlen in NRW, bei denen die Grünen womöglich noch stärker würden als bisher?

Lehmann: Ein Parlament darf in einer Demokratie nicht leichtfertig aufgelöst werden. Das macht man nur dann, wenn die Handlungsfähigkeit der Regierung nicht mehr gegeben ist. Davon kann zurzeit in NRW keine Rede sein. Ich bin sehr optimistisch, dass auch die Haushaltsabstimmung Mitte Mai erfolgreich verlaufen wird. Deshalb sehe ich keine Veranlassung für Neuwahlen. Wir Grüne scheuen sie aber auch nicht, falls die CDU die Auflösung des Landtags beantragen sollte.

Kann die rot-grüne Landesregierung denn mit Geld umgehen?

Lehmann: Sie kann mit Geld umgehen, hat allerdings sehr schwierige Rahmenbedingungen. Das Land hat ein strukturelles Defizit von mehr als 6 Milliarden Euro. Und die Länder hängen insgesamt am Gängelband des Bundes, der in der Vergangenheit den Ländern immer neue Aufgaben zugewiesen hat. Dadurch stieg ihre Belastung immer weiter. Außerdem wurden massiv Steuermittel entzogen: Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz der schwarz-gelben Bundesregierung kostet NRW jedes Jahr fast eine Milliarde Euro. Trotzdem ist es uns im Haushalt 2011 gelungen, die Nettoneuverschuldung auf 4,8 Milliarden Euro zu reduzieren. Und trotzdem investieren wir – zum Beispiel in Bildung, Kommunen und Klimaschutz. Das war ein Kraftakt. Mehr Konsolidierung geht nur über mehr Steuereinnahmen und eine konsequente Aufgabenkritik.

Wo konkret rechnen Sie denn mit Einsparpotenzial?

Lehmann: Die Effizienzteams beginnen gerade damit, die Landesverwaltung zu durchforsten. Da gibt es durchaus Möglichkeiten: zum Beispiel bei der dritten Reiterstaffel, die völlig überflüssig ist, oder bei den Subventionen an die Landwirtschaftskammern, die man deutlich herunterfahren könnte. Auch den Landesstraßenbau müssen wir überprüfen, weil wir nicht noch mehr Landesstraßen brauchen, sondern einen Schwerpunkt auf Sanierung setzen. Zudem müssen wir weitere Einnahmemöglichkeiten prüfen, zum Beispiel die Einführung eines Kies-Euro (eine Abgabe, die Unternehmen für den Kies-Abbau bezahlen müssten, die Red.). Nicht kürzen dürfen wir bei der Bildung oder den behördlichen Umweltkontrollen. Wenn die CDU eine Milliarde Euro einsparen will, hieße das, dort 20 000 Stellen zu streichen. Das würde bedeuten: weniger Bildung, mehr Gift in Lebensmitteln und Grundwasser.

Noch einmal zurück zur Energiepolitik: Wie fühlt man sich als Gewinner ausgerechnet der Atomkatastrophe von Fukushima?

Lehmann: Wir fühlen uns nicht als Gewinner, denn bei einer solchen Katastrophe verlieren alle. Aber es setzt ein Umdenken in der Gesellschaft ein – und das finden wir notwendig. Jetzt kommt es darauf an, alle Weichen zu stellen, damit wir schnellstmöglich alle Atommeiler endgültig vom Netz nehmen. Es ist möglich, trotzdem die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – durch den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energieeinsparungen.

Ändert ein Atomausstieg Ihre Haltung zu dem umstrittenen Steinkohlekraftwerk Datteln?

Lehmann: Datteln ist kein politisches Problem, sondern ein juristisches. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat den Bau als Schwarzbau gestoppt. Jetzt werden Gutachten zu einem Zielabweichungsverfahren erstellt, die zeigen sollen, ob eine nachträgliche Genehmigung überhaupt möglich ist. Ganz grundsätzlich leisten aus unserer Sicht auch moderne Kohlekraftwerke keinen Beitrag zum Klimaschutz, weil auch sie immer noch zu viel CO2 ausstoßen, und das teils über 60 Jahre lang.

Die Energiewende kostet Geld. Haben Sie die Befürchtung, dass die Bevölkerung Ihnen sagt: nein, zu dem Preis nicht?

Lehmann: Erst einmal setze ich auf das erhöhte Bewusstsein, das es jetzt für Klimawandel und für die Gefahren der Atomenergie gibt. Es ist eine Mär der Atomlobby, dass Energie teurer wird, wenn die Meiler abgeschaltet werden. Außerdem geht es auch um Energieeffizienz durch neue Technologien. Da schlummern enorme Jobpotenziale. Deutschland könnte weltweit führend in diesen neuen Technologien werden. Deshalb ist es gut, dass wir jetzt zum Beispiel einen neuen Windkrafterlass bekommen, der es Kommunen ermöglicht, Windenergie auszubauen und Standorte im fairen Dialog mit den Bürgern zu suchen.

Was wird entscheidend sein, ob Rot-Grün in NRW am Ende ein Erfolg wird oder nicht?

Lehmann: Rot-Grün hat schon jetzt einen Politikwechsel eingeleitet. Kinder, Klima, Kommunen – das sind die Schwerpunkte dieser Landesregierung. Wenn wir so weiter arbeiten, bleibt Rot-Grün in NRW ein Erfolgsmodell.

Kohlekraftwerke sind keine Alternative!

Freitag, 1. April 2011

Im heutigen Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger  geht es um die aktuelle Lage in NRW, mögliche Neuwahlen und die Frage, ob bei einem schnellen Atomausstieg neue Kohlekraftwerke nötig sind.

 

* NRW-Grünen-Vorsitzender Sven Lehmann hält eine komplette Energiewende bis zum Jahr 2030 für möglich *

Die grüne Euphorie nach Stuttgart erinnert an die Hochstimmung nach der NRW-Landtagswahl 2009? Wie lang hält so ein Adrenalinschub?

SVEN LEHMANN: Der hält an, da wir in NRW den Politikwechsel geschafft haben. Und außerdem hat der phänomenale Wahlsieg in Baden-Württemberg gezeigt: Grüne Themen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Will Ihre Partei nicht die grüne Sympathie-Welle für Neuwahlen nutzen?

LEHMANN: Neuwahlen führt man nicht leichtfertig herbei – nur, wenn die Regierung nicht mehr handlungsfähig ist. Davon aber kann in NRW im Moment keine Rede sein. Wir machen hier keine Neuwahlen, nur weil es anderswo gute Ergebnisse gegeben hat. Wir haben aber auch keine Angst davor. Unsere Aufgabe ist, einen soliden Etat 2011 zu verabschieden.

Die Grünen wollen nach der Atomkatastrophe in Japan bis 2017 aus der Atomkraft aussteigen. Und die Versorgungssicherheit?

LEHMANN: Die Wahlen waren auch eine Volksabstimmung gegen die Atomenergie. Ein schneller Ausstieg ist machbar durch einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie und der Windenergie an Land. Dazu brauchen wir mehr Erdverkabelung von Stromleitungen, eine stärkere Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, mehr Energieeffizienz. Wer aber jetzt wie CDU, SPD und FDP neue Kohlekraftwerke für eine Alternative hält, verrennt sich. Neue Kohlekraftwerke sind nicht nur klimaschädlich, sondern sie verhindern auch die Energiewende. Der Klimawandel schreitet schließlich weiter voran.

Die Anti-Atom-Debatte können die NRW-Grünen ja störungsfrei führen: Es gibt keine AKW im Lande …

LEHMANN Die atomare Gefahr macht vor keiner Grenze halt. Wir haben in NRW das Forschungszentrum Jülich, die Urananreicherungsanlage Gronau und das Zwischenlager Ahaus – Anlagen, die zur atomaren Brennstoffkette gehören. Mit Jülich zahlen die Steuerzahler die Zeche für das gescheiterte Atomexperiment, bis zu einer Milliarde Euro kosten Abwicklung und Rückbau der Anlage. Die Frage ist zudem: Was passiert mit den 152 Castoren in Jülich, die mit hochradioaktiven Brennelementekugeln bestückt sind? Bundesregierung und Betreiber wollen sie ins Zwischenlager Ahaus transportieren. Wir lehnen das wegen der hohen Risiken konsequent ab.

Aber Kohle und Braunkohle wollen die Grünen ja auch nicht. Glauben Sie wirklich, in absehbarer Zeit also alle aus erneuerbaren Energien versorgen zu können?

LEHMANN: Die erneuerbaren Energien boomen und sind ein absoluter Jobmotor. Wenn wir jetzt mit aller Kraft an der Energiewende arbeiten, werden Atom und Kohle für die Stromerzeugung bis etwa 2030 überflüssig.

Und das Ende vom grünen Öko- Lied: Bauruinen – wie vielleicht in Datteln, für die wir ähnlich wie heute für Jülich zahlen werden, und hohe Energiepreise, die die Bürger in die Knie zwingen …

LEHMANN: Das ist die klassische Legendenbildung vor allem der vier großen Energieriesen. Fakt ist: Die Energiewende kommt uns auf lange Sicht sogar günstiger, weil wir Atomstrom und Kohle nicht mehr milliardenschwer subventionieren müssen.

DIE FRAGEN STELLTE THOMAS GEISEN

 

 

“Unser Dagegen ist ein starkes Dafür!”

Donnerstag, 13. Januar 2011

Heute fand die Pressekonferenz der NRW-Grünen zum Jahresauftakt statt. Hier gibt’s die Presseinfo dazu:

 

Die GRÜNEN wachsen – auch in Nordrhein-Westfalen. Seit der Landtagswahl im vergangenen Mai hat der Zuspruch im Land wie im Bund weiter stetig zugenommen, wie die konstanten Umfragewerte belegen. Die GRÜNEN sind auf Bundesebene dritte politische Kraft, in einigen Bundesländern mit der Chance, auf Platz zwei vorzurücken. Die Zeit der klassischen Volksparteien scheint vorbei zu sein.

Wir Grüne sind auf Augenhöhe zu den vermeintlich großen Parteien angekommen“, erklärten die Parteivorsitzenden Sven Lehmann und Monika Düker. „Unsere derzeitige Stärke ist nicht nur eine politische Konjunkturblase bzw. Profit von der Schwäche der anderen, wie uns politische Beobachter und wissenschaftliche Analysen bescheinigen. Die Basis unseres Zuspruches beruht auf einer konsequenten inhaltlichen Arbeit der letzten Jahre mit einer programmatischen Verbreiterung, die uns vom Image der Ein-Themen-Partei weggeführt hat. Uns wird eine hohe Glaubwürdigkeit zugesprochen, die uns auch Stimmen aus dem Nichtwählerlager bringt.  

Der wachsende Zuspruch ist Verpflichtung für uns, dieses Vertrauen in Regierungsverantwortung nicht zu enttäuschen. Wir sind mit unserer Arbeit in NRW auf dem richtigen Weg und sprechen wichtige Themen dieser Zeit an: Wir kämpfen sowohl für die endgültige Abkehr von der Atomkraft und den Ausbau der erneuerbaren Energien als Klimaschutz- und Wirtschaftsfaktor der Zukunft, für starke und handlungsfähige Städte und Gemeinden als auch für hohe Bildungsqualität für alle.. Genau diese Versprechen setzen wir in NRW durch unsere Regierungsbeteiligung um. Das große Interesse der Schulen und Schulträger an der Einrichtung von Gemeinschaftsschulen spricht für sich.

Dabei nehmen wir auch die Seitenhiebe der politischen Konkurrenz gelassen: Momentan versuchen FDP und CDU verzweifelt, uns als destruktive Partei darzustellen. Damit wollen sie jedoch nur ihre eigene Konzeptlosigkeit verschleiern. Den Scherbenhaufen FDP hält offenbar nur noch das gemeinsame Feindbild Grüne zusammen.“

Als Partei stellen sich die GRÜNEN aber auch der großen Herausforderung, die sich für die Parteiendemokratie ergibt: „Wir müssen es jetzt schaffen, diejenigen, die politische Entscheidungen wie Stuttgart 21 auf der Straße kritisch begleiten und die sich aus Protest uns zuwenden, an uns zu binden. Unser Dagegen ist ein starkes Dafür: Für eine glaubwürdige Politik, die bewegt und die sich selber bewegt.“

Die GRÜNEN NRW wachsen auch als Partei: Mit insgesamt 11.775 Mitgliedern verzeichnet der Landesverband einen neuen Mitgliederrekord. Der bisherige Höchststand stammt aus dem Jahr 1998 und lag bei 11.771.

Wahljahr 2011: Über den Bundesrat zu einer „Grüneren Republik“

Sieben Landtage werden in diesem Jahr neu gewählt. Damit verbinden die NRW-GRÜNEN die Möglichkeit, durch veränderte Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat eine rot-grüne Gestaltungsmehrheit als Gegengewicht zur schwarz-gelben Bundesregierung zu erreichen. „Wir haben als Grüne erstmals die Chance, in alle 16 Landtage einzuziehen und über mehrere Regierungsbeteiligungen Grüne Akzente zu setzen. Dabei kommt es auch auf die SPD an“, stellte Düker fest. „Das Festhalten an Großen Koalitionen in den Bundesländern könnte klare Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat verhindern.“  Wenn die Inhalte stimmen, sollten wir jede Chance nutzen, um die Republik ökologisch und sozial verändern zu können. Das Beispiel NRW zeigt, dass auch die Bildung einer Minderheitsregierung erfolgreiche Landespolitik bedeuten kann. Über eine neue Mehrheit im Bundesrat ist es unsere Ziel, 2013 das Ende der Episode Schwarz-Gelb zu besiegeln.“

Demokratieoffensive für NRW: Einmischen erwünscht!

Demokratie braucht eine gelebte Partizipation aller. Die parlamentarische repräsentative Demokratie verliert jedoch mehr und mehr an Vertrauen und Akzeptanz. Die große Zahl protestierender Menschen gegen Atomkraft und Stuttgart 21 – aber auch der große Zuspruch, den der Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck mit seinem Plädoyer, die Distanz zwischen Regierenden und Regierten zu überwinden, erfahren hat, zeigen, dass eine stärkere Beteiligungskultur gebraucht wird.

Deshalb wollen die NRW-Grünen im ersten Halbjahr 2011 im Landtag eine Demokratieoffensive für NRW umsetzen. Monika Düker und Sven Lehmann: „Teilhabe und Mitwirkung der BürgerInnen sind in einer Demokratie kein Gnadenakt einer Obrigkeit, sondern Bestandteil einer zivilen Bürgerkultur, die wir als Geschenk für eine lebendige Gemeinschaft nutzen wollen.“

Eine Stärkung der direkten Demokratie in den NRW-Kommunen und auf Landesebene soll die parlamentarische Demokratie ergänzen und den Menschen auch zwischen den Wahlen mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten geben. Die GRÜNEN wollen auf kommunaler Ebene das Zustimmungsquorum für Bürgerentscheide in den größeren Städte halbieren, den Ausschluss von Planungsangelegenheiten aufheben und die Regelungen zum Kostendeckungsvorschlag modifizieren. An letzterer Hürde sind im letzten Jahr die meisten Bürgerbegehren gescheitert. Auf Landesebene wollen die GRÜNEN die Verfahren zu Volksbegehren/Volksentscheide vereinfachen (Bsp.: freie Unterschriftensammlung) und die Unterschriftenhürde absenken.

Die Bürgermeisterwahlen sollen wieder mit den Wahlen zu Rat zusammengelegt werden (ebenso beim Landrat/Kreistag), die Stichwahl wieder eingeführt und den BürgerInnen ermöglicht werden, den Bürgermeister abwählen zu können.

Die demokratische Mitwirkung Jugendlicher wollen die GRÜNEN mit einer Absenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahren (analog zu den Kommunalwahlen) stärken.

 

“Grüne im Dialog“ zum Klimaschutzgesetz

„Parteien sind Mittler zwischen den Bürgerinnen und Bürger und den staatlichen Institutionen. Wir Grüne gehen mit gutem Beispiel voran und werden eine Dialog-Offensive starten“, fügte Sven Lehmann an. „2011 wird das Jahr des Klimaschutzgesetzes und des Klimaschutzplans für NRW. Damit wollen wir mehr Energieeffizienz in der regionalen Wirtschaft, eine schnellere Verkehrswende und mehr ökologische Landwirtschaft umsetzen. Dies geht nur im Dialog mit den Menschen und gesellschaftlichen Gruppen. Deswegen werden wir als Partei in Dialog-Veranstaltungen Wege zu einem Klimaschutzplan für NRW erarbeiten. Um unsere ökologischen Ziele zu erreichen, müssen wir alle Gruppen mit ins Boot holen: die regionale Wirtschaft und Industrie, die Verbände und Initiativen, die Gewerkschaften, alle Bürgerinnen und Bürger. Wir werden uns nicht davor scheuen, auch Konflikte zu diskutieren. Wir wollen Betroffene zu Beteiligten machen, so schaffen wir Akzeptanz für unsere Politik.“