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	<title>Sven Lehmann &#187; Männermanifest</title>
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	<description>Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen</description>
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		<title>FeministIn oder Nicht-FeministIn: Das ist hier die Frage!</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 12:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Blogpost ist ein Gastbeitrag für das Gunda-Werner-Institut und dort erschienen im Rahmen der Online-Debatte &#8220;Was ist der Streit-Wert?&#8221;: Als im vergangenen Jahr mit dem „Grünen Männermanifest“ ein Aufruf Grüner Politiker in der Partei erschien, der gesellschaftlich und politisch ein neues Männerbild propagierte, waren die Reaktionen aufschlussreich und sind es bis heute. Eine breite Presseresonanz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Dieser Blogpost ist ein <a href="http://streit-wert.boellblog.org/2011/10/20/sven-lehmann/">Gastbeitrag für das <strong>Gunda-Werner-Institut</strong> </a>und dort erschienen im Rahmen der Online-Debatte &#8220;Was ist der Streit-Wert?&#8221;:</em></p>
<p>Als im vergangenen Jahr mit dem „<strong><a href="http://www.maennermanifest.de">Grünen Männermanifest</a></strong>“ ein Aufruf Grüner Politiker in der Partei erschien, der gesellschaftlich und politisch ein neues Männerbild propagierte, waren die Reaktionen aufschlussreich und sind es bis heute. Eine breite Presseresonanz, über 1.000 Blog-Kommentare und eine Debatte, die bis heute anhält, zeigen, dass wir mit dem Aufruf in ein Wespennest gestochen haben: in das der tradierten Konflikte. Für rechtslastige „Männerrechte“-Gruppen waren wir die „Eunuchen“, die den „Kotau vor den Emanzen“ machen. Für viele Macho-Männer – auch in der eigenen Partei – plötzlich die neuen „Gedöns-Politiker“. Für viele Feministinnen in der Partei neue Bündnispartner für emanzipatorische Anliegen, für wiederum andere aber auch die, die nun die traditionelle Grüne Frauenpolitik angreifen, gar okkupieren, und die mit einem geschlechterdemokratischen Ansatz Bündnisse einfordern. </p>
<p>Als kurz vor der Bundestagswahl 2005 auf dem Programmparteitag in Berlin die Spitzenkandidatur von der Partei beschlossen werden sollte, kam es zu einer aufschlussreichen Szene. Ein Antrag, der an die geschlechterdemokratischen Regeln der Partei erinnerte und Joschka Fischer eine gleichberechtigte Spitzenkandidatin zur Seite stellen wollte, wurde heftig debattiert. Letztendlich waren es die drei wohl prominentesten Grünen Frauen – Claudia Roth, Bärbel Höhn, Renate Künast – die den Antrag zu Fall brachten. Nicht nur dieses Beispiel zeigt, dass die klassischen Konfliktlinien auch in der Grünen Geschlechterpolitik sich weiterentwickelt haben. Nicht mehr Frauen kämpfen gegen die Dominanz der Männer, sondern FeministInnen gegen Nicht-FeministInnen – und beide gibt es beiden Geschlechtern. </p>
<p>Die <strong>Frage der Bündnisse</strong> ist nach Erscheinen des Männermanifestes leidenschaftlich diskutiert worden, z.B. auf dem Bundesfrauenrat im letzten Herbst, z.B. im Workshop „Wege in eine geschlechtergerechte Gesellschaft“ bei der Grünen Zukunftskonferenz 2011. Und immer wieder die Befürchtung: bündnisorientierte Genderpolitik weiche die traditionelle Frauenpolitik auf und die Männer sollten in „ihrem“ Geschlecht für Emanzipation sorgen. Ja und Nein. Selbstverständlich braucht es weiterhin eine eigenständige Frauenpolitik. Selbstverständlich braucht es eine eigenständige Männerpolitik – gerade und vor allem, weil hier politisch insgesamt ein großer Nachholbedarf besteht. Aber: Nur in Bündnissen und im Geschlechterdialog erfährt der gendersensible Blick auf alle politische Anliegen eine breite Entfaltungskraft. </p>
<p><strong>Beispiel „Equal Pay</strong>“: Die richtige und langjährige grüne Forderung nach gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit wird traditionell von Frauen erhoben und von vielen Grünen Männern – teils leidenschaftlich, aber größtenteils pflichtbewusst – mit vertreten und beklatscht. Sprengkraft entfaltet diese Forderung, wenn wie in der Schweiz es Männergruppen sind, die auf die Straße gehen und für Lohngleichheit demonstrieren. Dort hat <a href="http://www.maenner.ch">männer.ch </a> als Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen eine viel beachtete Kampagne für gleiche Bezahlung auf die Beine gestellt, die eine wichtige Botschaft vermittelte: Wir Männer wollen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, weil wir nicht als Hauptverdiener der Familie die Last der alleinigen Verantwortung in der Erwerbsarbeit tragen wollen. Unter diesen Voraussetzungen sind emanzipierte Männer wichtige Verbündete für feministische Ziele. Heute haben weder Frauen noch Männer wirksame Instrumente, um gegen diskriminierende Bezahlung effektiv vorzugehen. Denn wer traut sich schon, sich erstens zu erkundigen, wie viel die KollegInnen verdienen und zweitens mehr Geld vom Arbeitgeber einzuklagen? Selbst wenn die Klage Aussicht auf Erfolg hätte, ist es wahrscheinlich, dass über Umwege eine Kündigung bzw. die Nichtverlängerung eines befristeten Vertrags die Folge einer solchen Klage sein kann. Damit dieses Risiko nicht bei den einzelnen Frauen liegt, brauchen wir dringend ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte und Gleichstellungsverbände. Das führt auch dazu, dass die Urteile dann für alle betroffenen Beschäftigten gelten und nicht nur für die Frau, die geklagt hat. </p>
<p><strong>Beispiel Familie</strong>: Während viel zu lange Kinderbetreuung als reine Frauenaufgabe und als Entlastung der Frauen betrachtet worden ist, gehen jetzt inzwischen immerhin 23 Prozent der jungen Väter zumindest für zwei Monate in Elternzeit. Immer weniger Männer haben Lust, nur Helden der Arbeit und als Alleinverdiener Haupternährer einer Familie zu sein. Ja, viele Männer wollen weniger Leistungsdruck und mehr wertvolle Zeit für Familie. Es gibt aber auch immer noch viel zu viele Männer, die von den derzeitigen männlich dominierten Gesellschaftsverhältnissen profitieren. Männer in Führungsetagen und Politik, die gerne unter sich bleiben. Männer, die sich darauf verlassen, dass die Frau sich um die Kinder kümmert, falls die Familie keinen der immer noch knappen Betreuungsplätze bekommen hat. Oder aber Geschäftsführer, die es als selbstverständlich ansehen, nach 17 Uhr noch wichtige Meetings anzusetzen. „Männliche“ Strukturen und Herrschaftsverhältnisse sind über Jahrtausende gewachsen, gefestigt und verteidigt worden und führen auch heute noch zur Vormachtstellung der Männer in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wer die gleichberechtigte Gesellschaft erreichen will, muss die männlich dominierte überwinden. Dafür müssen Feministinnen und emanzipierte Männer gemeinsam kämpfen. Und die Männer deutlicher werden, z.B. indem sie ihr Recht auf Teilzeit überall einfordern, auch wenn dies zumeist Widerstand und Unverständnis in den Personaletagen verursachen wird.</p>
<p>Fazit: In sehr vielen Bereichen existieren leider noch immer Benachteiligungen von Frauen. Auch auf der Männerseite gibt es vielfältige Benachteiligungen, die weitestgehend aus der gesellschaftlichen Rolle resultieren bzw. mit Verlustängsten dieser Rolle zu tun haben. Fruchtbar ist es nicht, diese Benachteiligungen gegeneinander aufzuwiegen und zu fragen, „wem es schlechter geht“. Fruchtbar ist es, gemeinsam gegen Rollendruck und Benachteiligungen zu kämpfen, die aus dem Faktor Geschlecht resultieren. Und genau aus diesem Grund sind auch gewisse „Männerrechte“-Organisationen keine Bündnispartner für eine emanzipative Politik. Blogs wie „Wieviel Gleichberechtigung verträgt das Land?“ oder Initiativen wie „MannDat“ verfolgen keine pro-feministischen Ziele, sondern haben den neo-konservativen Roll-Back im Auge. Oft sind sie – <a href="http://library.fes.de/pdf-files/wiso/07054.pdf">wie der Journalist Thomas Gesterkamp eindrucksvoll nachgewiesen hat</a> – sogar im rechten politischen Spektrum angesiedelt. Sie versuchen, eine vermeintlich „gute alte Ordnung“ wiederherzustellen, indem sie sie Errungenschaften des Feminismus bekämpfen. Deswegen ist Vorsicht geboten: Nicht überall, wo „Männerrechte“ drauf steht, sind wirkliche Bündnispartner drin. </p>
<p>Trotzdem <strong>führt am bündnisorientierten Geschlechterdialog kein Weg vorbei</strong>, wenn wir den Faktor Geschlecht in vielen gesellschaftlichen und politischen Bereichen deutlich machen und emanzipatorische Veränderungen erreichen wollen. Die GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen werden genau dies auf einem „Geschlechtergipfel“ im Jahr 2012 diskutieren und bearbeiten.</p>
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		<title>Das Grüne Männer-Manifest – &#8220;Nicht länger Machos sein müssen&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 20:41:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diskussionen zum Männermanifest bitte unter www.maennermanifest.de! Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden, mischen in Rap und Hip-Hop mit und sind im Fußball international erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen. Gleiche Rechte in Deutschland anno 2010? Ist Alice im Wunderland angekommen? Mitnichten. Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskussionen zum Männermanifest bitte unter <a title="Das Grüne Männermanifest" href="http://www.maennermanifest.de">www.maennermanifest.de</a>!</p>
<blockquote><p>Eine Frau ist Bundeskanzlerin. Frauen machen die besseren  Bildungsabschlüsse, können Bischöfin werden, mischen in Rap und Hip-Hop  mit und sind im Fußball international erfolgreicher als ihre männlichen  Kollegen. Gleiche Rechte in Deutschland anno 2010? Ist Alice im  Wunderland angekommen?</p>
<p>Mitnichten. Wir Männer sehen, dass unsere Gesellschaft noch immer von  einem tief sitzenden Geist der geschlechtlichen Polarität durchflutet  ist, der Frauen auf Weiblichkeit und Männer auf Männlichkeit reduziert.  Damit muss endlich Schluss sein. Wir wollen nicht länger Machos sein  müssen, wir wollen Menschen sein!</p>
<p><strong>Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.</strong></p>
<p>Bedeutende Frauen wie Olympe de Gouges, Louise Otto-Peters, Simone de  Beauvoir und die Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert waren Pionierinnen  für Gleichberechtigung und Feminismus. Einen Makel haben einige  feministische Diskurse aber leider gerade in Deutschland bis heute:  Männer spielen in ihm nur selten eine Rolle. Dabei ist wirkliche  Gleichberechtigung, sind gleiche Rechte und gleiche Pflichten nur <em>mit</em> den Männern zu erreichen – nicht gegen sie. Frauen haben durch den  Feminismus ihre Möglichkeiten erweitert, Männern steht dieser Schritt  noch bevor.</p>
<p>Das Diktum des sozialen Geschlechtes, des Rollenzwangs und der  festgelegten Verhaltensmuster gilt nämlich ebenso für Männer. Weil diese  davon aber materiell und sozial immer profitiert haben, wurde erst in  jüngerer Zeit zum Thema, dass Geschlechterrollen auch für Männer ein  Korsett sind, das ihnen mehr schadet als nützt.</p>
<p>Nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke ging eine  Debatte über die Gesundheit von Männern, über Schwäche und Depressionen,  über Versagensängste durch die Republik – endlich! Wir fragen uns  jedoch: Sind die Männer, die öffentlich trauerten und weinten, aber  nicht auch diejenigen, die eine Woche später in den Stadien und  Fankneipen einen Fußballer als Schwuchtel beschimpfen würden, wenn er  sich als homosexuell outet? Oder als Weichei, wenn er ein Jahr Babypause  nimmt und seine Frau für den Lebensunterhalt sorgen lässt?</p>
<p>Wir brauchen ein neues Bewusstsein für eine neue Männlichkeit. Wir  als männliche Feministen sagen: Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.</p>
<p><strong>Wir wollen Neue Werte – Neue Arbeit – Neue Perspektiven!</strong></p>
<p>Die Krise ist männlich. Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise,  Hunger- und Gerechtigkeitskrise, all dies sind direkte Folgen einer vor  allem „männlichen“ Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsweise, die unseren  Planeten an den Rand des Ruins getrieben hat. Entfesselter Wachstum und  ungehemmter Profit müssen ein Ende haben. Wir wollen anders leben!</p>
<p>Wir wollen entlang von Werten leben und arbeiten, die auf  Wertschöpfung, Gemeinwohlorientierung, individueller Freiheit,  Nachhaltigkeit und Entschleunigung basieren. Dazu müssen politische  Weichen gestellt werden. Neue Zeitmodelle in den Unternehmen müssen es  Männern ermöglichen, ihre Wochen- und Lebensarbeitszeit zu reduzieren,  Teilzeitphasen oder Sabbatjahrmodelle zu verwirklichen. Entschleunigung  ist auch hier Schlüssel: Viel zu selten werden Männern im  Erwerbsarbeitsleben „nicht-klassische“ Erwerbsbiografien ermöglicht. Das  Bild vom männlichen Hauptverdiener schwebt auch hier noch in den Köpfen  vieler Personalverantwortlicher.</p>
<p>Es ist weder schlau noch gut, Menschen lediglich eindimensional in  wirtschaftliche Wachstumsprozesse einzubinden. Familienleben und  soziales wie gesellschaftliches Engagement sind gerade für Männer eine  Möglichkeit, an einem qualitativen Wachstum mitzuwirken. Vernetztes  Denken, ganzheitliche Bildung und Kreativität können sich nur vollends  entfalten, wenn Menschen alle Lebensbereiche gemeinsam gestalten. Das  Ende der Rollenaufteilung ist auch wirtschaftlich notwendig, denn ein  Ende der Ungleichbehandlung führt für alle Beteiligten zu einer größeren  Zufriedenheit.</p>
<p><strong>Wir brauchen Neue Wege für Jungs!</strong></p>
<p>Die Wiege der Gleichberechtigung ist wie so oft die Bildung und  Erziehung. Hier fallen die Würfel. Viel ist in den letzten Jahren von  der Bildungsmisere der Jungen geschrieben und gesprochen worden und  vieles ist richtig. Jungen fallen viel häufiger als „Verlierer“ aus dem  Bildungssystem: Sie brechen die Schule öfter ab, erreichen schlechtere  Leistungen und Abschlüsse, sind häufiger schulmüde als Mädchen. Deshalb  braucht es eine emanzipatorische Erziehung und eine individuelle  Förderung, die die Stärken von Jungen und Mädchen gleichermaßen  wertschätzt und fördert.</p>
<p>Zwischen emanzipierten Müttern und frauenverachtenden Hip-Hoppern  bekommen Jungen heute ein breites Repertoire zur Orientierung geboten.  Was oft fehlt, sind die positiven Rollenbilder einer anderen, neuen  Männlichkeit. Längst wissen wir, dass mit zunehmender Gleichberechtigung  das Patriarchat umso härter zurückschlägt: mit Gewalt, medialem  Sexismus oder Schein-Bastionen der Männlichkeit in Sport und Musik. Wir  wollen <em>role models</em> aus Sport, Medien, Politik und Kultur, die  nicht den Macker spielen müssen, weil sie eben selber stark genug sind,  auch schwach sein zu dürfen.</p>
<p>Wir wollen mehr geschlechtersensible Männer in „klassischen“  Frauenberufen: mehr Erzieher, mehr Grundschullehrer, mehr  Sozialpädagogen. Und wir wollen, dass Jungen selbstbewusst ihren  Interessen nachgehen können und nicht in tradierte Schemata gedrängt  werden. Deswegen fordern wir neue Wege für Jungs durch die Etablierung  von „Boy’s Days“ und ein geschlechtersensibles Bildungs- und  Berufsberatungsangebot. Denn das Interesse am Maschinenbau ist nicht  angeboren.</p>
<p><strong>Wir fordern: Neue Väter statt „Vater morgana“!</strong></p>
<p>Seit der Einführung der Partnermonate im Elterngeld durch Ursula von  der Leyen bejubeln viele Medien die „neuen Väter“ und den Run auf die  beiden Monate zwischen Wickeltisch und Sandkasten. Und, in der Tat: Die  beiden Partnermonate waren ein Erfolg, ein Einstieg in die Übernahme von  Verantwortung von Vätern in Haushalt und Erziehung. Aber werden Männer  damit wirklich zu „neuen Vätern“? Oder handelt es sich nicht in  Wirklichkeit um eine „Vater morgana“, die Vätern lediglich eine  verlängerte Auszeit vom Job ermöglicht, und zwar in der Regel dann, wenn  die ersten zwölf Monate nach der Geburt glücklich überstanden sind?</p>
<p>Wir wollen auch hier Gleichberechtigung: Die Aufteilung der  Elternzeit muss paritätisch sein. Dies würde nicht nur Männern mehr  Verantwortung abverlangen, sondern auch die Unternehmen und Arbeitgeber  zum Umdenken zwingen. Zwei Monate ist ein Arbeitnehmer für den  Arbeitgeber zu entbehren, sechs Monate oder länger jedoch verlangen neue  Zeit- und Jobmodelle, die wir dringend brauchen – hin auf dem Weg zu  echter Gleichberechtigung.</p>
<p>Männer leiden unter ähnlichen Vereinbarkeitsproblemen wie Frauen:  Gerade junge Männer haben mittlerweile den Anspruch, Kind(er), Karriere,  Engagement und Freizeit miteinander vereinbaren zu können, anstatt sich  für das eine oder gegen das andere entscheiden zu müssen. Sie wollen  nicht länger daran scheitern, Berufs- und Privatleben in eine gute  Balance zu bringen, sondern moderne Partnerschaftskonzepte durchgängig  leben und die Rolle des “neuen Vaters” tatsächlich einnehmen. Als  moderne Väter wollen sie ihren Kindern beim Aufwachsen helfen,  selbstbestimmt die Erziehungsarbeit teilen – statt Zuschauer zu bleiben.  Auch deshalb muss Teilzeit für Chefs sowie Männer in Kitas und  Grundschulen zur Selbstverständlichkeit werden.<strong> </strong></p>
<p><strong>Wir stehen für ein Neues Gesundheitsbewusstsein!</strong></p>
<p>Männer sterben noch heute im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen –  Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Zeichen chronischer  Überlastungen sind die häufigsten Todesursachen. Jahrhundertelang  gehörte es nicht um Selbstbild eines Mannes, sich um seine Gesundheit zu  kümmern. Dumme Sprüche wie “Ein Indianer kennt keinen Schmerz” führen  dazu, dass viele Männer körperliche Warnsignale überhören oder  bagatellisieren. Doch der Körper lügt nicht.</p>
<p>Männer sollen krank werden dürfen – ohne als Versager dazustehen.  Umso wichtiger ist ein großer Aufbruch für die Männergesundheit. Wir  brauchen mehr Konzentration auf die Prävention von Männerkrankheiten, in  den Krankenkassen und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung.</p>
<p>Die bestehende Rollenaufteilung der Geschlechter führt immer wieder  zu schweren psychischen Belastungen. Sowohl Frauen als auch Männer  leiden unter den enormen gesellschaftlichen Anforderungen, die ihnen auf  Grund ihres Geschlechts abverlangt werden. Dies ist vor allem dort ein  Problem, wo die eigene Entwicklung den Normvorstellungen wenig  entspricht. Für Körper und Psyche des Menschen ist es daher dringend  nötig, die Rollen endlich aufzubrechen.</p>
<p><strong>Wir sind Grüne Feministen</strong> und haben gute Erfahrungen  gemacht, Macht und Einfluss zu teilen. Wir sind mit Quoten  und  Doppelspitzen groß geworden. Wir kennen und schätzen gleiche Rechte und  gleiche Pflichten sowie die Verantwortung, als Beispiel voranzugehen.  Uns trägt die Vision einer Gesellschaft verschiedenster Individuen, die  unter gleichen Bedingungen zusammenleben.</p>
<p>Wir sind keine Dinosaurier mehr. Wir wollen auch keine Alleinernährer  sein. Wir wollen weniger Leistungsdruck, bessere gesundheitliche  Prävention und mehr wertvolle Zeit. Wir wollen keine Helden der Arbeit  sein, wir wollen leben. Wir wollen Macht, Verantwortung und Pflichten  teilen und das Korsett alter Geschlechterrollen von uns reißen. Wir  wollen neue Perspektiven für Männer im 21. Jahrhundert!</p>
<p><strong>Sven Lehmann</strong> | Landesvorstand Bündnis 90/Die Grünen  NRW</p>
<p><strong>Jan Philipp Albrecht MdEP</strong> | Grüne Fraktion im  Europäischen Parlament</p>
<p><strong>Kai Gehring MdB</strong> | Grüne Fraktion im Deutschen  Bundestag</p>
<p><strong>Malte Spitz</strong> | Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen</p>
<p><strong>Arndt Klocke</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen NRW</p>
<p><strong>Gerhard Schick MdB</strong> | Grüne Fraktion im Deutschen  Bundestag</p>
<p><strong>Dieter Janecek</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen Bayern</p>
<p><strong>Sven-Christian Kindler MdB</strong> | Grüne Fraktion im  Deutschen Bundestag</p>
<p><strong>Till Steffen</strong> | Justizsenator Hamburg</p>
<p><strong>Rasmus Andresen MdL</strong> | Grüne Fraktion im Landtag  Schleswig-Holstein</p>
<p><strong>Eike Block</strong> | Sprecher Grüne Jugend NRW</p>
<p><strong>Christian Kühn</strong> | Landesvorsitzender Bündnis 90/Die  Grünen Baden-Württemberg</p>
<p><strong>Max Löffler</strong> | Sprecher Grüne Jugend Bundesverband</p>
<p><strong>Henning von Bargen</strong> | Leiter Gunda-Werner-Institut in  der Heinrich-Böll-Stiftung</p>
<p><strong>Christoph Erdmenger</strong> | Landesvorsitzender Bündnis  90/Die Grünen Sachsen-Anhalt</p>
<p><strong>Jörg Rupp</strong> | Parteirat Bündnis 90/Die Grünen  Baden-Württemberg</p>
<p><strong>Martin-Sebastian Abel</strong> | Sprecher LAG Kultur Bündnis  90/Die Grünen NRW</p>
<p><strong>Matthi Bolte</strong> | Ratsmitglied Bündnis 90/Die Grünen  Bielefeld</p>
<p><strong>Martin Wilk</strong> | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband  Kreuzberg-Friedrichshain</p>
<p><strong>Janosch Dahmen</strong> | Sprecher LAG Gesundheit Bündnis  90/Die Grünen NRW</p>
<p><strong>Can Erdal</strong> | Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband  Düsseldorf</p></blockquote>
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